Wie gehe ich einen Springparcours ab?

Jeder der schon einmal auf einem Reitturnier war, hat bestimmt gesehen, dass die Springreiter vor jeder Prüfung zu Fuß oder auch zu Pferd in den Parcours gehen. Doch was genau passiert vor Prüfungsbeginn im Parcours? Bei Springpferdeprüfungen bis zur Klasse A dürfen Teilnehmer vor Prüfungsbeginn mit ihren jungen Pferden in den Parcours, um ihnen die Hindernisse und den Platz zu zeigen. Die Reiter merken sich so auch gleich die Wege und die Reihenfolge der Hindernisse.

Zu Fuß dürfen die Teilnehmer bei allen anderen Springprüfungen etwa 15 Minuten vor Prüfungsbeginn in den Parcours. Erscheint hier am besten gleich in voller Turnierausstattung. Neben weißen Turnierreitsachen ziehe ich auch bereits Jacket, Stiefel und Helm an. Die meisten Richter legen Wert darauf, dass ihr bereits korrekte Turnierbekleidung tragt. Dies macht einen guten Eindruck.

Reiter gehen den Parcours ab, um sich die Reihenfolge der Hindernisse zu merken.

Doch was genau macht man denn ohne Pferd im Parcours?

Ich verschaffe mir immer gerne als erstes einen Überblick über die zu bewältigenden Hindernisse. Wo ist die Startlinie und wie geht es dann weiter? Dank der Nummerntafeln an den einzelnen Hindernissen kann ich mir die Reihenfolge der Sprünge bereits einprägen. Je nach Klasse des Parcours gibt es unterschiedlich viele Hindernisse. Da ist es wichtig, dass ihr euch sich vorab anschauen könnt wie viele und vor allem welche Hindernisse zum eigenen Springen gehören. Nach einem groben Überblick gehe ich den Parcours einmal komplett ab. Dabei schaue ich mir bereits an, welche Wege zu den einzelnen Hindernissen passend für mein Pferd und mich sind. Für die Reihenfolge ist für mich auch immer die Farbe der Hindernisse wichtig. Die meisten Reiter merken sich nur den Ablauf. Ich kann mir die einzelnen Sprünge am besten merken, wenn ich weiß, welche Farbe sie haben. Jeder geht hierbei etwas anders vor und sucht sich seinen eigenen Weg, um sich den Ablauf am besten zu merken.

Prägt euch die Abfolge der Hindernisse gut ein, dann könnt ihr euch besser auf die Sprünge konzentrieren.

Galoppsprünge richtig messen

Für die Wege ist es wichtig, dass ich weiß, in welchem Tempo ich mein Pferd um Wendungen oder zwischen den Hindernissen reiten kann. Mit wie vielen Galoppsprüngen reite ich eine Distanz oder Kombination? Muss ich eventuell eher treiben oder lieber warten? Das wäge ich bereits beim Abgehen des Parcours ab. Hierfür messe ich per „Fußmaß“ die Wege zwischen Kombinationen und Distanzen ab. Aber wie geht das? Ich zähle in großen Schritten, wobei ein Schritt etwa einem Meter entspricht.

Hier seht ihr die Abstände in Metern und wie viele Galoppsprünge das sind:

  Galoppsprünge  

Meter

(Hindernishöhe ca. 1 m)

Kombination 1 7,00 m – 8,00 m
  2 10,50 m – 11,50 m
Distanz 3 14,00 m – 15,00 m
  4 17,50 m – 18,50 m
  5 21,00 m – 22,00 m
  6 24,50 m – 25,50 m
  7 28,00 m – 29,00 m

Wenn ich den gesamten Parcours abgegangen bin, gehe ich im Kopf erneut den Weg durch. Zwar ist jeder Sprung mit einer Nummerntafel markiert, die beim Ablaufen helfen, aber während des Reitens nehme ich diese meistens nicht mehr wahr. Mir hilft es, zu überlegen, wo ich grüßen werde, um dann durch die Startlinie zu Sprung 1 zu kommen. Am Ende solltet ihr die Ziellinie im Augen haben, nicht, dass ihr zu früh abwendet. Wenn ihr euch die Abfolge der Sprünge gut eingeprägt habt, steht einem erfolgreichen Ritt nichts mehr im Weg! Schaut euch auch einen Starter vor euch an, dann seht ihr den Parcours nochmal im gesamten Ablauf. Toi, Toi, Toi für euer nächstes Turnier!

Kommt gut ins Ziel!

 

 

Simone

Simone

Einmal hinter die Kulissen schauen – seit Mai 2018 arbeite ich beim Pferdesporthaus Loesdau im E-Commerce und bin an der Weiterentwicklung des Online-Shops beteiligt. Mit der Erfahrung aus dem praktischen Reitsport bietet mir dieser Job Einblicke in die Gesamtheit des Reitsports.
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Über Simone

Erfahrung / Motivation: Nach einer längeren Reitpause bedingt durch mein Studium, bin ich seit 2015 wieder aktiv in der Reiterei unterwegs. Mit Abschluss meiner Trainer-Lizenz C Leistungssport hat mich auch das Turnierfieber wieder gepackt. Meine Stute Cessy begleitet mich seit 2016 im Parcours. Wir trainieren fleißig im Springen, der dressurlichen Arbeit und genießen beide ausgedehnte Ritte durch Wiesen und Wälder. Seit kurzem habe ich auch meine Ausbildung zum Pferdephysiotherapeutin abgeschlossen und bemühe mich um das Rundum-Wohlbefinden von Cessy und ihren Kameraden.

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