Disziplinen des Westernreitens

Westernreiten hat viele „Gesichter.“ In diesem Beitrag verschaffe ich euch einen kleinen Einblick in einige Disziplinen des Westernreitens. Und los geht’s:

Westernreiten: Disziplin Reining

Die Reining ist die Königsdisziplin im Westernreiten. Sie ist eine Prüfung, die ausschließlich im Galopp geritten wird und auch als Dressur der Westernreiter bekannt ist. Erwünscht ist ein Pferd, das verschiedene Manöver wie beispielsweise Spins (schnelle 360°-Drehungen auf dem inneren Hinterbein), Speed Control (Tempowechsel ohne Zügeleinwirkung), fliegende Galoppwechsel, Sliding Stops (Vollbremsung mit der Hinterhand auf speziellen Hufeisen, die ein Gleiten zulassen) sowie Roll Backs (180°-Wendung auf der Hinterhand) souverän und jederzeit kontrollierbar am losen Zügel ausführt.

Die Reining ist eine von der FEI anerkannte Westernreitdisziplin und ist auch bei den Weltreiterspielen vertreten.

Reining beim Westernreiten
In der Reining geht’s rasant zu!

Westernreiten: Disziplin Western Horsemanship

Beim Westernreiten steht in dieser Disziplin der Reiter im Vordergrund. Bewertet werden vor allem sein Sitz, seine Einwirkung und seine Haltung. Die Prüfung besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil muss eine Pattern (Aufgabe) penibel genau geritten werden. Darin sind die drei Grundgangarten sowie verschiedene andere Elemente, wie z.B. Rückwärtsrichten, enthalten. Der zweite Teil der Prüfung ist eine Gruppenaufgabe, bei der mehrere Reiter gleichzeitig in der Bahn nochmals bewertet werden. Diese ähnelt der Westernreitdisziplin Western Pleasure, allerdings liegt auch hier das Hauptaugenmerk auf dem Reiter.

Horsemanship beim Westernreiten
Ein perfekter Sitz gehört zur Western Horsemanship!

Westernreiten: Disziplin Western Pleasure

Beim Westernreiten wird in der Western Pleasure vorrangig auf das Pferd geachtet. Es soll eine „Pleasure“ sein, dem Pferd zuzusehen. Seine Bewegungen sollen bei dieser Disziplin des Westernreitens leicht, taktrein und in natürlicher Haltung gezeigt werden. Um dies zu erreichen, ist viel Fingerspitzengefühl vom Reiter gefragt. Die Prüfung ist eine Gruppenaufgabe, bei der nach Anweisung des Richters die drei Grundgangarten auf der ganzen Bahn gezeigt werden. Sollte ein Pferd ein höheres Grundtempo als das Pferd vor ihm besitzen, darf dieses auch überholt werden.

Pleasure beim Westernreiten
Taktreine Gänge des Pferdes kennzeichnen die Western Pleasure!

Westernreiten: Disziplin Trail

Im Trail werden beim Westernreiten verschiedene Hindernisse, die ein Wanderritt beinhalten könnte, abgefragt. Hierzu gehören z.B. das Überqueren einer Brücke oder das Öffnen, Hindurchreiten und Schließen eines Tors sowie das Überqueren von Stangen, ohne diese zu berühren. Das Pferd sollte mutig und selbstständig denkend sein und die Hindernisse mit Vertrauen in seinen Reiter durchlaufen.

Trail beim Westernreiten
Brücke, Tor, Pylonen und Stangen sind beim Westernreiten im Trail zu finden!

Westernreiten: Disziplin Cutting

Beim Westernreiten wird in dieser Western-Disziplin der sogenannte „Cow Sense“ eines Pferdes unter Beweis gestellt. Das ist die Fähigkeit des Pferdes, ein Rind zu lesen und zu wissen, was dieses als nächstes tun wird. Der Reiter hat zweieinhalb Minuten Zeit ein Rind aus einer Herde abzusondern (to cut) und dieses daran zu hindern zur Herde zurückzulaufen. Das Pferd soll dabei eigenständig arbeiten und mitdenken. Es zeigt besonders athletische Bewegungen, um seiner Aufgabe gerecht zu werden.

Cutting beim Westernreiten
Cutting – hier muss das Pferd selbstständig arbeiten!

Westernreiten: Disziplin Working Cowhorse

Auch in der Working Cowhorse ist beim Westernreiten der „Cow Sense“ des Pferdes gefragt. Die Prüfung besteht aus zwei Teilen. Die „Dry Work“ beinhaltet Manöver aus einer Reining. Bei der „Fence Work“ muss ein Rind an der kurzen Seite der Bande gehalten werden, danach muss es an der langen Seite einmal nach rechts und links gewendet werden und zum Abschluss je einen Zirkel rechts- und linksherum geleitet werden.

Cowhorse beim Westernreiten
Auch in der Working Cowhorse ist der Cow Sense gefragt!

Westernreiten: Disziplin Western Riding

Im Westernreiten ist die Western Riding ist eine sehr anspruchsvolle Disziplin, bei der es darum geht, eine Pattern (Aufgabe) mit vielen fliegenden Galoppwechseln taktrein, losgelassen und willig zu gehen. Das Tempo innerhalb der Gangart sollte erhalten bleiben und das Durchreiten der Aufgabe sollte locker aussehen.

Western-Riding  beim Westernreiten
Viele Galoppwechsel kennzeichen die Western Riding!

Westernreiten: Disziplinen Halter und Showmanship at Halter

Im Westernreiten wird in diesen beiden Disziplinen das Pferd am Halfter im Schritt und Trab vorgestellt. Bewertet wird in der Showmanship at Halter, die sich speziell an Jugendliche richtet, das Gesamtbild, welches Kleidung, Pflegezustand des Pferdes und der Gehorsam des Pferdes beim Ausführen der Aufgabe beinhaltet.

In der Halter Prüfung wird das Hauptaugenmerk auf das Pferd gelegt, das im Hinblick auf typische Merkmale der Rasse punkten kann. Die Prüfung ist daher besonders interessant für Züchter.

Halter-Showmanship beim Westernreiten
Hier wird genau geschaut – Halter und Showmanship at Halter!

Je nach Westernreitverband gibt es noch mehr, verbandsspezifische Westernreitdisziplinen. Weitere Informationen: www.dqha.de und www.westernreiter.com

Vielen Dank für die Unterstützung an Ekkehard Wittelsbuerger (www.wittelsbuerger.de) und an die Fotografen Manfred Weyand und KPec!

Bianca

Über Bianca

Erfahrung/Motivation: Auch wenn meine Eltern sich bis heute nicht erklären können, woher es kommt: das Pferdevirus habe ich schon von Kindesbeinen an in mir getragen. Wo immer auch Pferde waren, im Nachbarstall, auf den Koppeln am Ortsausgang, da war ich zu finden. Begleitet von etlichen Reitbeteiligungen lernte ich zuerst den klassischen englischen Reitstil kennen und wechselte dann mit meinem ersten eigenen Pferd eher durch Zufall auf die Westernreitweise. Ich lege viel Wert auf gymnastizierende Arbeit in der Halle und auf dem Reitplatz und nehme regelmäßig Unterricht, jedoch sind mir auch entspannte Ausritte und eine feine Kommunikation vom Boden aus wichtig. Seit 2013 begleiten mich die Traberstute Krü und seit Februar 2016 die Appaloosastute Tivi.

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