Mit Kandare reiten – das Wichtigste in Kürze

„Mein 20-jähriger Hannoveraner Wallach Wico und ich sind ein langjähriges, eingespieltes Team. Er befindet sich auf sicherem L-Niveau und beherrscht Lektionen der Klasse M. Die Kandarenzäumung verwenden wir gelegentlich im Training oder auf Lehrgängen“, erzählt Loesdau Produktmanagerin Alexandra. Sie hat sich das Thema Kandare erarbeitet und einiges getestet. Sie kennt sich inzwischen sehr gut aus mit der Kandare und weiß viel über deren Anwendung und Wirkweise zu berichten. Außerdem stellt sie euch den neuen Kandarenzaum Genf vor.

Die Kandarenzäumung verwenden Alex und ihr Wallach Wico gelegentlich im Training oder auf Lehrgängen.

Wieso Kandare? Wirkung

Das Kandarengebiss ist ein Stangengebiss, welches anstelle der Gebissringe über Seitenteile mit Anzügen verfügt. Sie sorgen für eine sogenannte „Hebelwirkung“. Die Länge der Anzüge beeinflusst den Hebel. Je länger die Anzüge sind, desto stärker können sie wirken. Dank der längeren Übersetzung können sie jedoch auch feiner dosiert werden. Kurze Anzüge sehen zwar harmloser aus, wirken aber direkter und dadurch unter Umständen auch härter.

Form und Stärke des Mundstücks haben ebenfalls Einfluss auf die Wirkung im Pferdemaul und sollten deshalb sorgfältig ausgewählt werden. So wirkt beispielsweise eine Kandare mit viel Zungenfreiheit stärker, als eine Kandare mit wenig Zungenfreiheit.

Grundvoraussetzung für das Reiten auf Kandare ist ein ausbalancierter Sitz; eine feine, unabhängige Reiterhand und ein entsprechender Ausbildungsstand des Pferdes.

Ein Kandarengebiss wirkt auf dreifache Weise:

  • Zug auf das Maul in Richtung Reiterhand
  • Druck zwischen Stange und Kette auf das Kinn und den Unterkiefer
  • Hebelwirkung über das Zaumzeug auf das Genick

Dieser Einwirkung sollte sich der Reiter stets bewusst sein!

Aufgrund dieser Einwirkungsweisen kann mit der Kandare eine enorme Kraft auf den Pferdekopf ausgeübt werden. Grundvoraussetzung für das Reiten auf Kandare ist deshalb ein ausbalancierter Sitz; eine feine, unabhängige Reiterhand und ein entsprechender Ausbildungsstand des Pferdes. Eine Kandare ist keine Ausbildungshilfe!

Richtig angewendet kann die Kandare helfen, dem Pferd den Weg in die Versammlung zu zeigen und ermöglicht eine sehr feine und präzise Hilfengebung, vor allem in hohen Dressurlektionen.

Die Kandare sollte nur von Profis oder unter deren Anleitung verwendet werden und gehört keinesfalls in Anfängerhände!

Wie verschnalle ich eine Kandare richtig?

Beim Dressurreiten nach FN-Richtlinien werden in den Kandarenzaum ein Stangengebiss und eine Unterlegtrense verschnallt. Die Unterlegtrense sollte in Form und Größe an die Standardtrense angepasst werden.

Die Größe des Kandarengebisses sollte ½ bis 1 Nummer kleiner gewählt werden, sodass die Seitenteile direkt am Pferdemaul anliegen. Dies sorgt für eine direkte Einwirkung und eine ruhige Lage im Pferdemaul. Einem Verkanten des Gebisses wird vorgebeugt.

Der Nasenriemen liegt etwa zwei Finger breit unter dem Jochbein.

Wichtig beim Einstellen der Zäumung ist nicht nur die Wahl der richtigen Gebisse, sondern selbstverständlich auch die richtige Größenwahl und Passform des Kandarenzaums sowie die korrekte Verschnallung am Pferdekopf. Dabei liegt der Nasenriemen etwa zwei Finger breit unter dem Jochbein. Die Kinnkette, welche die beiden Oberbäume des Kandarengebisses miteinander verbindet, kommt in der Kinngrube zum Liegen. Wichtig ist, dass diese nicht verdreht ist und weder zu eng noch zu locker sitzt. Das Kandarengebiss sollte bei angenommenem Zügel etwa im 45° Winkel zum Pferdemaul stehen. Um die Wirkung der Kinnkette etwas zu „entschärfen“ oder die empfindliche Pferdehaut zu schonen, empfehle ich das Verwenden einer Kinnkettenunterlage.

Das Kandarengebiss sollte bei angenommenem Zügel etwa im 45° Winkel zum Pferdemaul stehen.

Produkttest & Fazit

Für meinen Produkttest habe ich den Kandarenzaum „Genf“ sowie folgende Gebisse ausgewählt:

  • Unterlegtrense von Trust, einfach gebrochen in der Stärke 12 mm
  • Kandarengebiss von Trust, Low Port in der Stärke 16 mm und mit 7 cm Unterzug

Der Kandarenzaum ist für mich ein absoluter Hingucker. Das schwedische Reithalfter mit dem lackbesetzten Nasenriemen ist schön weich unterlegt und hat zudem eine optimale Passform. Das geschwungene Stirnband mit den anthrazitfarbenen Steinchen sieht elegant und edel aus, und passt optimal zu jedem Pferd und Outfit.

In meiner Trense verwende ich seit Jahren ein Gebiss von Trust. Mit diesem geht Wico, der etwas empfindlich in der Maulpartie ist, sehr zufrieden und zeigt deutlich mehr Maultätigkeit als bei anderen Gebissen. Deshalb wollte ich diese Gebisse, die Kandarengebiss TRUST auch bei der Kandarenzäumung ausprobieren und bin mit der Wahl mehr als zufrieden.

Die Gebisse von Trust werden aus gebranntem „Sweet Iron“ in Kombination mit Edelstahl gefertigt. Dieses Material entwickelt durch den Kontakt mit Feuchtigkeit einen Oberflächenrost, welcher süßlich schmeckt. Der süße Geschmack regt die Pferde zu einer besseren Kautätigkeit an. Somit eignen sich diese Gebisse wunderbar für Pferde, die im Maul etwas empfindlich oder träge sind.

Wico nimmt die Zäumung gut an. Während der Trainingseinheit verbessert sich seine Anlehnung.

Mein 20-jähriger Hannoveraner Wallach befindet sich auf sicherem L-Niveau und beherrscht Lektionen der Klasse M.  Die Kandarenzäumung verwenden wir gelegentlich im Training oder auf Lehrgängen.

Bereits beim Warmreiten merke ich, dass mein Pferd die Zäumung gut annimmt und zufrieden und losgelassen geht.

Während der Trainingseinheit verbessert sich die Anlehnung zunehmend und das Reiten verschiedener Lektionen gelingt uns immer besser.

Da mein Pferd dazu neigt sich beim Reiten auf Kandare hinter dem Gebiss zu verkriechen oder schwer in der Hand zu werden, verwende ich diese nur selten und gezielt. Mit den Gebissen von Trust konnte ich über die Zeit eine deutliche Verbesserung feststellen und ein angenehmes Herantreten an die Hand erzielen. Infolgedessen stellt sich auch eine deutlich bessere Maultätigkeit ein, welche ich sonst leider nur schwer erreichen kann.

Experten von Loesdau

Die meisten Loesdau Mitarbeiter sind entweder selbst Pferdebesitzer oder Reiter, zumindest aber Pferdeliebhaber. Sie reiten Dressur oder Western, sind Springreiter oder Züchter, Pferdefotograf oder -physiotherapeut, Trainer oder Reitlehrer. Sie sammeln ständig Eindrücke in allen Belangen rund um ihre Vierbeiner und bilden sich auf ihrem Spezialgebiet ständig fort. Außerdem machen die Kolleginnen und Kollegen permanent neue, interessante Erfahrungen, treffen wiederum Spezialisten und wissen in Sachen Pferd definitiv Bescheid. So ist jeder auf seinem Gebiet ein echter Experte und immer up-to-date. Aktuell bedeutendes Wissen erhalten sie in Seminaren, Kursen oder Lehrgängen.
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Über Experten von Loesdau

Die meisten Loesdau Mitarbeiter sind entweder selbst Pferdebesitzer oder Reiter, zumindest aber Pferdeliebhaber. Sie reiten Dressur oder Western, sind Springreiter oder Züchter, Pferdefotograf oder -physiotherapeut, Trainer oder Reitlehrer. Sie sammeln ständig Eindrücke in allen Belangen rund um ihre Vierbeiner und bilden sich auf ihrem Spezialgebiet ständig fort. Außerdem machen die Kolleginnen und Kollegen permanent neue, interessante Erfahrungen, treffen wiederum Spezialisten und wissen in Sachen Pferd definitiv Bescheid. So ist jeder auf seinem Gebiet ein echter Experte und immer up-to-date. Aktuell bedeutendes Wissen erhalten sie in Seminaren, Kursen oder Lehrgängen.

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