Trense richtig anpassen

Nicht zu fest – aber auch nicht zu locker, nicht zu hoch – aber auch nicht zu tief, und drücken soll es auch auf keinen Fall! Nun steht man da, mit einem Gewirr aus zehn Lederriemen und schaut sein Pferd ratlos an. Wie zur Hölle soll ich nun diese Trense richtig anpassen und dieses Reithalfter verschnallen? 🤔

Das kennen wir doch alle, nicht wahr? Egal, ob als Anfänger, der sich zum ersten Mal eine eigene Trense kauft oder als erfahrener Reiter, der zum Beispiel ein neues Reithalfter ausprobiert. Vor diesen Fragen steht jeder Reiter einmal.

Doch eigentlich ist es gar nicht so schwer. Wir zeigen euch wie ihr verschiedene Reithalfter richtig verschnallt und eure Trense richtig anpassen könnt, damit euer Pferd zufrieden geritten werden kann. Mit ein paar Faustregeln könnt ihr euch das ganz einfach merken.

Das Gebiss

Trense richtig anpassen? Mit ein paar Faustregeln, kein Problem!

Als erstes ist das Gebiss dran. Dabei kommt es erstmal nicht darauf an, welches Reithalfter ihr an eurer Trense habt. Wenn ihr das Genickstück über die Ohren zieht, bekommt ihr schon einen ersten Eindruck, ob es zu eng oder zu locker veschnallt ist. Spannt es dabei schon, macht ihr es am besten gleich etwas länger. Sitzt das Gebiss im Maul total locker, werden die Backenstücke etwas kürzer gemacht. Sitzt das Gebiss dann erstmal so, dass es euer Pferd nicht stört, kommt das Feintuning.

Das Gebiss ist korrekt verschnallt, wenn im Maulwinkel eine Falte ensteht.

Hier kommt unsere erste Faustregel zum Einsatz: Das Gebiss sollte so verschnallt werden, dass eine Falte im Maulwinkel entsteht. Um zu überprüfen, ob es zu locker sitzt, könnt ihr den Zügel vom Boden aus etwas annehmen (als würdet ihr auf dem Pferd sitzen). Hängt das Backenstück durch, sitzt das Gebiss noch zu locker. Bleibt es an seinem Platz, sitzt euer Gebiss richtig und der erste Schritt ist geschafft! Als nächstes ist es noch wichtig, dass die Backenstücke sowie nachher auch das Reithalfter parallel zum Jochbein verlaufen und nicht auf diesem liegt.

Die Reithalfter

Das kombinierte Reithalfter

Das kombinierte Reithalfter.

Am häufigsten wird das kombinierte Reithalfter genutzt, das zusätzlich zum Kehlriemen aus einem Nasen- und einem Sperrriemen besteht.

Hier gibt es jedoch auch nochmal zwei unterschiedliche Varianten. Das schwedisch kombinierte und das englisch kombinierte Reithalfter. Sie unterscheiden sich aber lediglich dadurch, dass beim schwedischen Reithalfter der Verschluss am Nasenriemen über eine Umlenkung erfolgt. Dadurch wird der Druck über den gesamten Nasenriemen verteilt.

Der Verschluss des englisch kombinierten Reithalfters.
Das schwedische Reithalfter mit Umlenkung.

Der Nasenriemen

Jetzt solltet ihr genau aufpassen, denn beim Anpassen des Nasenriemens passieren am häufigsten Fehler:

Hier kommen gleich zwei weitere Faustregeln zum Einsatz.

Zuerst solltet ihr die Höhe des Nasenriemens einstellen. Er sitzt richtig, wenn er sich ein bis zwei übereinandergelegte Finger unter dem Jochbein befindet. Er darf auf keinen Fall auf das Jochbein drücken, jedoch sollte er auch nicht zu tief sitzen.

Der Nasenriemen sollte 1-2 Finger unter dem Jochbein sitzen.

Anschließend schließt ihr den Nasenriemen so, dass noch zwei Finger zwischen Riemen und Nase Platz haben. Gerade beim schwedischen Reithalfter müsst ihr extrem aufpassen, dass es nicht zu fest, sondern noch frei beweglich sitzt. Passen die besagten zwei Finger dazwischen, sind Unter- und Oberkiefer frei bewegbar und euer Pferd kann zufrieden abkauen.

Der Nasenriemen sollten so verschnallt werden, dass zwei Finger Platz haben.

Der Kehlriemen

Nun kommt der Kehlriemen und unsere vierte Faustregel – wortwörtlich 😉

Hier könnt ihr nicht allzu viel falsch machen, da die Position des Kehlriemens schon vorgegeben ist. Ihr müsst lediglich darauf achten, dass eine Faust Platz hat, wenn ihr es verschnallt. Das gilt übrigens auch für alle anderen Reithalfter!

Beim Kehlriemen sollte Platz für eine Faust sein.

Der Sperriemen

Als letztes ist nun der Sperrriemen dran. Auch hier ist es wichtig, dass dieser nicht zu fest verschnallt wird. Wir wollen auf keinen Fall das Maul „zuzerren“. Er sollte so locker sitzen, dass euer Pferd noch abkauen kann, aber fest genug, dass es sein Maul nicht aufsperrt.

Der Sperriemen darf nicht zu fest zugemacht werden

Das hannoversche Reithalfter

Das hannoversche Reithalfter

Hier sitzt der Nasenriemen deutlich tiefer. Wichtig ist, dass er weit genug oben auf dem knöchernen Teil des auslaufenden Nasenbeins sitzt, da dieses sehr empfindlich ist. Achtung, Faustregel Nummer 5: Circa 4 Finger über den oberen Nüsternrand ist sein richtiger Platz. Wenn ihr es verschnallt, muss auch hier, wie beim kombinierten Reithalfter, noch Platz für zwei Finger sein.

Passt das, sitzt euer hannoversches Reithalfter perfekt.

Das mexikanische Reithalfter

Das mexikanische Reithalfter

Es besteht aus zwei Riemen, die sich auf der Nase kreuzen und durch ein rundes Lederpolster auf dem Nasenrücken zusammengehalten werden. Dadurch sind die Nüstern noch freier und die Atmung des Pferdes kann nicht behindert werden.

Deswegen ist es auch wichtig, dass das Reithalfter nicht zu tief sitzt. Außerdem muss, wie auch bei allen anderen Nasenriemen, darauf geachtet werden, dass es auf keinen Fall zu fest verschnallt wird. Da es nämlich direkt über das Jochbein läuft, würde hier ein schmerzhafter Druck für euer Pferd entstehen.

Falls ihr euch in irgendeinem Punkt unsicher sein solltet, scheut euch nicht und fragt unbedingt eure/n Trainer/in oder eine Person euren Vertrauens mit genügend Fachwissen. 😊

Falls euch eine der Trensen im Blogbeitrag gefallen hat, schaut mal hier:

 

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Pia

Ein Job der sich nicht wie Arbeit anfühlt – das macht mir die Stelle beim Pferdesporthaus Loesdau möglich. Seit Juli 2019 bin ich für das Social Media und Newsletter Management zuständig.
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Über Pia

Die Liebe für Pferde packte mich bereits als Kind. Es begann wie bei so vielen mit wöchentlichen Reitstunden im örtlichen Reitverein, doch schnell kam noch eine Reitbeteilung hinzu, mit der ich auch meine erste Turniererfahrung sammeln durfte. Seitdem verbringe ich jede freie Minute im Stall. 2010 überredeten meine Schwester und ich unsere Eltern erfolgreich und bekamen das lang ersehnte eigene Pferd. Eine süße Schimmelstute, die mittlerweile ihr Rentnerleben als Zuchtstute genießt. Letztes Jahr erfüllte ich mir dann meinen größten Traum und kaufte mir einen 5-Jähringen Holsteiner, ebenfalls Schimmel. Zusammen trainieren Cristavo, genannt Willi, und ich viel im Springen und der Dressur aber lassen auch gerne unsere Seele bei langen Ausritten baumeln. Und die Zeit mir unseren Kumpels im Stall darf natürlich auch nie zu kurz kommen!

2 Kommentare zu “Trense richtig anpassen

  1. Inka Ellermann

    Hallo ihr lieben. Eure Tips sind wirklich sehr hilfreich. Es besteigt mich das ich einer Freundin immer wieder sagen muss das sie ihre Trense viel zu stramm auf dem Pferd hat. Meine Frage ist aber jetzt. Könnt Ihr mir auch weiter helfen was ein Glücksrad betrifft? Oder auch zeigen wie es richtig sitzen muss. Ich möchte gerne darauf umsteigen bin mir aber halt nicht sicher wie es sitzen muss. Ganz liebe Grüße Inka Ellermann

    • Hallo liebe Inka,

      wir nehmen deine Frage als Anregung und planen in nächster Zeit einen Beitrag zum korrekten Sitz des Glücksrads ein.

      Viele liebe Grüße
      Dein Loesdau Blog Team

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