Saffas Weg vom Jungpferd zum Reitpferd

Wir finden es total spannend, dass Sonja aus unserem E-Commerce Team ein Pferd gekauft hat – einen rohen, unberittenen Hengst namens Saffa. Saffas Weg vom Jungpferd  zum Reitpferd wollen wir in der neuen Blogreihe begleiten. Im ersten Teil erfährst du, woran du direkt vor und nach dem Pferdekauf denken solltest – wenn du eh schon aufgeregt bist und dein Herz Purzelbäume schlägt vor Glück. Sonja hat’s erlebt und erzählt dir alles von Anfang an:

„Pferde haben schon immer in mein Leben gehört. Seit ich 8 Jahre alt bin darf ich die Welt vom Rücken der Pferde aus erkunden. Es fing auf der Jugendfarm bei uns im Ort an. Dort verbrachte ich viele Stunden im Sattel und konnte sehr viel über und mit den Ponys lernen. Als ich aus den Ponys “rausgewachsen” bin, hatte ich etliche Reitbeteiligungen. Sowohl Westernpferde als auch englisch gerittene jeden Alters lernte ich kennen. Der Entschluss, irgendwann ein eigenes Pferd zu haben, stand damals schon fest. Leider konnte ich mir früher alles, was zu einem Pferdekauf dazu gehört, nicht leisten. Zum ersten eigenen Pferd hatte ich außerdem ganz genaue Vorstellungen: solide Grundausbildung in entsprechendem Alter, Wallach, Stockmaß ab 1,50 m, kein Schimmel. Was jetzt letztendlich mein erstes, eigenes Pferd geworden ist? Der zweijährige Lipizzaner Hengst “Pluto Wanda”, genannt “Saffa”, Schimmel.

Sonja stolz nach dem Pferdekauf: „Mein erstes eigenes Pferd, Saffa, der Lipizzaner Hengst!“

So kam ich zu Saffa

Eine Bekannte hat eine kleine Zucht in Rheinland-Pfalz und dort Jungpferde stehen, die sie verkauft. Über einen Pferdekauf bei ihr, dachte ich also schon öfter mal nach. Saffa und sein Halbbruder Mantua lernte ich also bei ihr kennen. Die beiden kommen direkt aus Österreich aus einer Lipizzanerzucht in Imst. Da sie sich nicht zwischen den beiden entscheiden konnte, nahm sie beide mit. Das erste Foto von ihm, das sie damals auf Facebook postete, hat mich gleich fasziniert. Deshalb fragte ich meine Bekannte, was sie mit ihm vorhat. Sie schlug vor, dass ich mal vorbeikommen und ihn anschauen kann. Gesagt, getan. Was soll ich sagen, es war Liebe auf den ersten Blick und wir vereinbarten alles Organisatorische sowie den Termin für den Pferdkauf. Ich konnte es kaum erwarten, ihn abzuholen.

To-do-Listen machen das Leben leichter

Trotzdem hieß es jetzt: Kühlen Kopf bewahren. Das erste, was ich gemacht habe, nachdem der Pferdkauf feststand, waren Listen, auf denen stand, was ich tun und was ich kaufen muss.

Auf der To-do-Liste stand:

  • Transport organisieren
  • Stallplatz suchen
  • Versicherungen abschließen
  • Kliniken abklappern (Kastration)
  • Über Fütterung informieren
  • Pass zur FN schicken; Besitzerwechsel
    • Registriernummer beim Stallbesitzer erfragen
  • Trainer suchen
  • AKU (Ankaufsuntersuchung / TÜV)

    Direkt nach dem Pferdekauf heißt es „Transport organisieren!“

Punkt 1: den Transport organisieren

Ich selbst habe weder einen Pferdeanhänger, noch ein geeignetes Auto, das so viel Gewicht ziehen kann, geschweige denn den Führerschein dazu (das sollte ich vielleicht dringend ändern…). Eine Freundin lieh mir letztendlich ihren Hänger und mein Onkel stellte sein Auto zur Verfügung. Du kannst natürlich auch ein Transportunternehmen beauftragen, oft sogar online. Das Unternehmen kommt dann mit mehr Infos auf dich zu.

Punkt 2: Stallplatz suchen

Als nächstes stand die Stallsuche an. Ich habe mir zwei Ställe angesehen, beides  Offenställe. Welcher Stall ausgewählt wird, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Mir war nur immer bewusst, dass ich für Saffa das Zuhause suche – und nicht für mich. Da ich in Vollzeit arbeite, war Vollpension die einzige Option. Auch das muss jeder für sich entscheiden. Am Ende ist es ein Offenstall geworden, der mit dem Fahrrad eine Viertelstunde von meiner Wohnung entfernt ist.

Mir war bei der Stallsuche sehr bewusst, dass ich für Saffa das Zuhause suche – und nicht für mich.

Punkt 3: Versicherungen abschließen

Danach kümmerte ich mich um die Versicherungen. Der Stall, in dem Saffa jetzt untergebracht ist, setzt eine so genannte “Pferdehalterhaftpflicht Versicherung” im Mietvertrag voraus. Das heißt, der Versicherungsnehmer ist gegen das versichert, was das Pferd selbst an Schaden anrichten kann. Das können zum Beispiel Schäden am Stall oder auch Flurschäden sein. Eine OP-Versicherung wollte ich unbedingt auch haben. Man weiß ja nie – und im Notfall wäre ich dann doch abgesichert. Notoperationen können nämlich ganz schnell in den oberen vierstelligen Bereich gehen. Wie viel diese Versicherung dich letztendlich kostet, kommt darauf an, wie dein Pferd versichert ist und bei welcher Versicherunggesellschaft du die Verträge abschließt. Dazu lässt du dich am besten von den einzelnen Versicherungen beraten und wählst dann die aus, die zu euch passt.

Hol dir Unterstützung und Ratschläge

Was du aber bei all der Vorfreude auf deine Fellnase nach dem Pferdekauf nicht vergessen darfst: Überschätze deine eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse nicht. Ich habe mich oft gefragt, ob das nicht eine Nummer zu groß für mich ist und, ob ich nicht doch lieber ein älteres, ausgebildetes Pferd kaufen und erstmal mit diesem meine eigenen Erfahrungen sammeln sollte. Deswegen habe ich von Anfang an eine sehr gute Freundin, bei der ich schon etwas Unterricht hatte, gefragt, ob sie mich unterstützen würde. Mein Tipp für jeden, der sich ein Pferd kaufen möchte, egal, wie alt es ist: schau‘ (vorher) nach einem Trainer, denn du kannst niemals alles wissen und auf jede Situation vorbereitet sein. Außerdem hilft ein anderer Blickwinkel manchmal enorm. Oft gibt es Trainer, die sowieso an euren Stall fahren. Dort kannst du zum Beispiel immer nachfragen. Genauso mit Tierärzten, Hufschmieden, Zahnärzten, Physiotherapeuten oder Osteopathen. Die meisten im Stall werden schon solche Kontakte haben und euch da bestimmt gern weiterhelfen.

Bist du dir jetzt immer noch sicher und hast alles durchgerechnet und abgewägt? Ja?

Dann kommt jetzt der spannende Teil: Shoppen!

Da Saffa noch komplett roh ist, hatte er natürlich keine Ausrüstung, die ich hätte übernehmen können. Ich machte mir also eine Shopping Liste , um nichts zu vergessen, was ich noch zu besorgen hatte.

In manchen Ställen muss man als Einsteller einen eigenen Schrank mitbringen, in dem das ganze Pferdezeug gelagert werden kann. So auch in meinem Stall. Meine Wahl fiel auf einen gebrauchten Bundeswehrschrank aus dem Internet.

Saffas und meine Sachen kann ich gut in diesem ehemaligen Bundeswehrschrank unterbringen.

Für den Transport habe ich ein Halfter mit Lammfellpolsterung gekauft sowie ein Heunetz (natürlich gefüllt) in den Anhänger gehängt und es mit Karotten versehen, sodass er während der Fahrt was zu tun hat. Bevor ich Saffa abgeholt habe, habe ich aber noch einen Tierarzt aus der Umgebung von Saffas Vorbesitzern für die Ankaufsuntersuchung, oft auch “TÜV” genannt, organisiert.

Endlich: Der Tag an dem ich Saffa holte

An Tag X nach dem Pferdkauf durfte ich Saffa dann holen. Den Vertrag und die Bezahlung hatten wir vorher schon abgewickelt. Den TÜV hat er mit Bravour bestanden und ich durfte auch mal durch das Instrument des Tierarztes in Saffas Augen schauen, um die Rückseite zu sehen. Dort konnte ich die Sehzäpfchen erkennen. Das ganze sieht in etwa aus, wie das Ameisenrennen, das es früher auf den alten Fernsehern zu sehen gab, wenn kein Sender verfügbar war. Die “Ameisen” waren dann aber in rot, blau und grün zu sehen.

Die Vorbesitzer haben mir noch seinen Equidenpass und seine Abstammungspapiere mitgegeben. Dann konnten wir Saffa verladen und die Heimfahrt antreten. Wir fuhren aber zuerst in die Pferdeklinik, weil Saffa dort kastriert wurde. In einem der nächsten Beiträge dieser Reihe werde ich einen Beitrag der Kastration selbst widmen.

Besonders war bei uns, dass Saffa einen österreichischen Equidenpass hat.

Antrag auf Besitzerwechsel ausfüllen

Jetzt, wo Saffa rechtlich gesehen nach dem Pferdekauf mir gehört, muss ich der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) einen Besitzerwechsel melden. Dazu kann ich mir auf deren Homepage einen Antrag auf Besitzerwechsel ausdrucken und ausfüllen. Hier brauche ich die sogenannte Registriernummer. Diese Nummer muss ich beim Stallbetreiber erfragen. Wenn ich alle Details zusammengetragen habe, muss ich den Equidenpass im Original mit dem Formular am besten per Einschreiben an die FN nach Warendorf schicken. Was ich auch gleich beantragt habe: die Eintragung als Turnierpferd. Falls ich je mal ein Turnier mit ihm nennen möchte, habe ich das schon erledigt und muss den Pass nicht noch einmal einschicken. Bis ich diesen wieder zurückbekomme, dauert das leider einige Zeit. Besonders war bei uns, dass Saffa einen österreichischen Equidenpass hat. Da ich mir nicht sicher war, wohin ich den Pass schicken musste, habe ich kurzerhand bei der FN angerufen und sie haben mir erklärt, dass der österreichische Pass bei ihnen anerkannt wird und ich ihn ruhig nach Warendorf schicken kann.

Meine Ziele mit Saffa

Jetzt bleibt noch die Frage offen, was mein Plan ist und was ich mit Saffa erreichen möchte. Da ich sowohl englisch, als auch Westernreiten kann, sollte ich mich irgendwann für eine der Reitweisen entscheiden. Doch ich möchte da nicht nur nach mir gehen. Nur weil mir eine der beiden Reitweisen vielleicht besser gefällt oder bequemer vorkommt, heißt das ja nicht, dass das fürs Pferd genauso gilt. Lipizzaner bringen von sich aus schon sehr viel Aufrichtung mit, das heißt, Saffas Hals ist weiter oben am Körper angesetzt. Für unseren Weg bedeutet das, dass er Schwierigkeiten damit haben könnte, den Weg in die Tiefe zu finden. Da Westernpferde allerdings – übertrieben gesagt – mit der Nase fast auf dem Boden schleifen, fällt das schon mal raus. Genauso werde ich mit ihm nie sehr hoch springen können. Lipizzaner wurden für die Hohe Schule der Dressur gezüchtet und das ist das, wofür sein Körperbau auch spricht. Da ich offen für alles bin, macht mir das nichts aus und ich freue mich auf das, was kommt. Vielleicht starten wir ja auch auf Turnieren? Das lasse ich jetzt mal ganz entspannt auf mich zukommen 🙂

Lipizzaner wurden für die Hohe Schule der Dressur gezüchtet und das ist das, wofür Saffas Körperbau auch spricht. Ich freue mich auf das, was kommt und bin einfach mal offen für alles.

Und wie geht’s weiter?

In den nächsten Beiträgen werde ich neben der Kastration und wie alles gelaufen ist, Besonderheiten zum Jungpferd selbst erklären, die Erziehung von Jungpferden anschneiden und wie ich unsere Putzroutine angehe. Schön, dass du bis hierhin gelesen hast. Wenn du unseren Weg weiter verfolgen willst, dann abonniere doch unseren Loesdau Blog Newsletter!

 

 

 

Sonja

Über Sonja

Pferdeverrückt war ich schon immer. Alles fing mit meiner zuerst überschaubaren Schleich-Pferde Sammlung an, die bald ein unüberschaubares Ausmaß annahm. Mit 8 Jahren durfte ich dann bei der örtlichen Jugendfarm mit dem Reiten anfangen. Die Zeit dort war und ist auch heute noch unvergesslich. Als ich dann aus den Ponys dort "rausgewachsen" bin, hatte ich meine erste Reitbeteiligung, auf die dann viele weitere folgten. Nach meinem Studium, Medieninformatik, fing ich an, als Entwicklerin bei Loesdau zu arbeiten und konnte mir so endlich das erste eigene Pferd leisten. Den Lipizzaner Wallach Saffa. Zu dem Zeitpunkt war er knappe 3 Jahre alt. Jetzt sind wir mitten in der Ausbildung und ich bin gespannt, wohin die Reise uns führen wird :)

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