Zorse Tayo – ein Zebrapferd entdeckt die Welt

„Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum“, ist leicht gesagt. Getan hat es Svenja aus dem Loesdau E-Commerce. Schon immer hatte sie eine besondere Leidenschaft für Zebras. Letztes Jahr erfüllte sie sich ihren größten Wunsch und kaufte ein Zorse. Dabei ist sie einen langen Weg gegangen und hat viel auf sich genommen, um schließlich ihren Traum zu verwirklichen:

Svenja liebt Zebras schon ihr ganzes Leben lang. Letztes Jahr hat sie sich nun endlich ihren größten Wunsch erfüllt und sich einen Zorse zugelegt.

„Schon seit ich denken kann, liebe ich Zebras. Mein Kinderzimmer hing voller Zebrabilder, in jedem Freundebuch stand unter Lieblingstier ‚Zebra‘, viele Geburtstagskarten, die ich bekam, waren gestreift. Schon immer habe ich eine ganz besondere Verbindung zu diesen Tieren verspürt und als Kind immer gesagt: „Irgendwann habe ich mal mein eigenes Zebra“, natürlich wurde das nie wirklich ernst genommen, aber ich glaubte immer daran. Deswegen war für mich nach meinem Abitur klar, ich möchte in die Heimat meiner Lieblingstiere, um diese auch in freier Wildbahn zu sehen – nach Afrika.

Neben den Zebras spielten Pferde eine große Rolle in meinem Leben. Als Kind begann ich mit dem Reiten und es war kein Wunder, dass ich total begeistert war, als ich zum ersten Mal von Zorse gehört habe. Das Wort „Zorse“ setzt sich aus „zebra“ & „horse“ zusammen, also ein Mix aus Zebra & Pferd. Meistens ist die Stute dabei ein Pferd und der Hengst ein Zebra, da es für das Fohlen einfacher ist, sich schon von klein auf an einer entspannten Stute zu orientieren und von ihr zu lernen. Zorse wurden ursprünglich gezüchtet, weil sie als extrem robust gelten.

Das Wort „Zorse“ setzt sich aus „zebra“ & „horse“ zusammen, also ein Mix aus Zebra & Pferd.

Für so ein halbes Wildtier entscheidet sich niemand von heute auf morgen. Es ist definitiv ein sehr langer Weg, den ich aber bereit war zu gehen. Meine Freunde wissen, wie lange ich diesen Traum schon in meinem Kopf habe und wie viel ich dafür getan habe, ihn irgendwann wahr werden zu lassen. Schon seit Jahren habe ich Kontakt zu Tayos Züchtern & anderen Zorsebesitzern. Das war unabdingbar, denn bevor man sich für ein Zorse entscheidet, muss man sich wirklich intensiv mit diesen Tieren beschäftigen.

Der Plan, ein Zorse bei mir zu haben, wurde immer klarer. Wenn ich mir also schon diesen Traum erfülle und dafür einiges auf mich nehme, dann soll es nicht irgendein Zorse sein. Nein, alles sollte zu 100 % passen. Ich hatte schon genaue Vorstellungen vom Aussehen. Charakterlich kann niemand vorhersagen, wie es sich entwickeln wird (mehr Pferd oder mehr vom Zebra) – mein Zorse sollte hell, relativ groß und ein Hengst sein. Ich akzeptierte, dass es auch noch lange dauern kann, bis ich meinen Zorse finde.

Alles sollte zu 100 % passen. „Ich hatte schon genaue Vorstellungen: hell, relativ groß und ein Hengst sollte es sein.“

Aber auf die Geburt eines Fohlens fieberte ich in diesem Jahr ganz besonders hin. Eine Stute in die ich mich schon ein bisschen verguckt hatte, war trächtig. Ich werde diesen Tag nie vergessen, an dem ich die Nachricht bekam, dass ihr Fohlen zur Welt kam – hell, relativ groß und ein Hengst! Ich konnte es erst gar nicht fassen, mein Puls war unendlich hoch und ich hätte Tränen in den Augen – vor Glück!

Da ich keinen eigenen Stall habe – auch mein Traber Diamond ist eingestellt -, gab es noch ein großes Problem. Zorsefohlen müssen von Anfang an Kontakt zum Menschen haben und Vertrauen fassen, sonst werden sie scheu und eine Fohlenweide kommt nach dem Absetzen keinesfalls in Frage, wenn das Führen und der tägliche Umgang später klappen sollen. Zum Glück habe ich eine tolle Stallbesitzerin! Sie stimmte zu, das Zorsefohlen zu uns an den Stall zu holen und unser gemeinsamer Weg konnte beginnen.

Der Kleine war Svenjas Traum! Sie nannte ihn Tayo, was in Nigeria „der Glückliche“ bedeutet.

Ich habe dem Kleinen den Namen „Tayo“ gegeben, was in Nigeria „der Glückliche“ oder „geboren zum Glücklichsein“ bedeutet. Denn genau das soll er sein – das ist mein Ziel! Zorse sind im Vergleich zu Pferden skeptischer und vor allen viel sensibler. Sie nehmen kleinste Gefühlsschwankungen wahr, reagieren darauf und zeigen das deutlich. Wenn ein Zorse nicht mit dir arbeiten will, dann macht es das nicht. Du hast keine Chance, das zu verhindern. Der einzige Weg ist ein großes Grundvertrauen zu schaffen und alles ohne Druck zu erarbeiten. Entweder ein Zorse arbeitet freiwillig mit dir oder eben nicht.
Ich habe deswegen etliche Stunden im Stall verbracht, bin einfach da gewesen, habe ihn beobachtet und dann Schritt für Schritt mit Füttern aus der Hand und Halftertraining angefangen. Bis das Halfter-Auf – und Abziehen problemlos geklappt hat, sind Monate vergangen. Das Normale für jeden Pferdebesitzer war für mich der allergrößte Erfolg!
Mit ganz viel Geduld und ohne Druck ging es dann weiter: Führen, rückwärts gehen, Wendungen, Anbinden, Putzen, … und dabei gab es einige schwierige Situationen, die ich meistern musste. Tayo ist nicht nur einmal durch den Stall im Vollspeed weggaloppiert, ich hing nicht nur einmal im Strick. Auch Zäune halten ein kleines Zorse nicht auf, also ging es durch den Koppelzaun und auch der Paddockzaun konnte Tayo nicht standhalten. Mit dem Wildtieranteil haben sie einfach einen viel größeren Fluchtinstinkt als Pferde und entwickeln eine enorme Kraft.

Auch Zäune halten ein kleines Zorse nicht auf! Mit dem Wildtieranteil haben sie einen viel größeren Fluchtinstinkt als Pferde.

Mittlerweile ist Tayo sieben Monate alt, richtig toll in seine neue Herde integriert, lässt sich problemlos Aufhalftern, Führen, Anbinden, gibt Hufe und lässt sich putzen. Er lernt so unglaublich schnell und ist wie alle Zorse sehr intelligent. Trotzdem muss alles so kleinschrittig, wie möglich aufgebaut werden. Am Anfang ist es schon ein Lob und eine Pause wert, wenn sich z.B. eine neue Bürste in einem halben Meter Abstand befindet und er stehen bleibt. So habe ich mich immer weiter rangetastet, bis die Bürste ihn berühren durfte. Mittlerweile geht das mit neuen Gegenständen schneller, weil er mir vertraut. Trotzdem fang ich mit jedem neuen Gegenstand wieder genauso an.

Mittlerweile ist Tayo sechs Monate alt, richtig toll in seine neue Herde integriert, lässt sich problemlos Aufhalftern, Führen, Anbinden, gibt Hufe und lässt sich putzen. Das Wichtigste allerdings ist: Er vertraut mir!

Mir war von Anfang an bewusst, dass ein schwieriger Weg vor mir liegen würde und ich oft an meine Grenzen kommen werde – aber ganz ehrlich: das hält mich nicht davon ab, meinen Traum zu leben. Ich freue mich schon so sehr auf Tayos und meinen gemeinsamen Weg, bin gespannt welche Herausforderungen uns bevorstehen und was wir alles gemeinsam erreichen können. Ihn irgendwann reiten zu können, wäre das Allerschönste – aber keine Ahnung, ob das jemals klappt – wir werden sehen, wo die Reise hinführt.

Christine
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Über Christine

Erfahrung/Motivation: Nach einer sehr langen Reitpause begann ich im April 2012 wieder zu reiten. Eine schöne Schwarzwälder Fuchs Stute namens Jeany freute sich genauso wie ich über unsere langen und erholsamen Ausritte durch den Wald. Das Besondere an unserer Verbindung ist und bleibt, dass Jeany es schaffte, mich sehr schnell wieder komplett für Pferde zu begeistern. Zwar gelingt es mir momentan aus beruflichen und familiären Gründen nur ein bis zweimal in der Woche bei den Vierbeinern, die mir so viel geben, zu sein, den Stall zu machen und zu reiten. Aber diese Auszeiten müssen sein! Jeanys Stallgenossen sind wunderschöne Tersker, von denen ich momentan Nadja reiten darf. Wir sind ein relativ neues Team und gewöhnen uns noch im Dressurviereck und im Gelände aneinander – allerdings mit allerbesten Fortschritten!

Ein Kommentar zu “Zorse Tayo – ein Zebrapferd entdeckt die Welt

  1. Basti

    Wow… das ist wieder ein hübsches Zorse. Sieht aus wie Stripes 😀

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