Pferdemassage: Wie sie hilft und was sie löst

Augen zu und ….. mmmhhhh: Spaß und Genuss pur für unsere Fellnasen ist eine Pferdemassage. Neben dem Fun- und Wohlfühl-Faktor gibt es viele weitere Gründe, die außerdem dafür sprechen, dass du dein Pferd massieren solltest. In diesem Beitrag möchte dir Leonie aus unserem E-Commerce Team erläutern, warum sie es immer und immer und immer wieder tut. 🙂

„Hast du dich schon einmal massieren lassen? Dann weißt du sicherlich, wie gut sich unser Körper nach einer solchen Behandlung anfühlt. Ein Grund für dieses tolle Gefühl ist, dass muskuläre Verspannungen gelöst werden konnten. Auch Pferde haben nicht selten mit Verspannungen in der Muskulatur zu kämpfen. Das kann ganz schnell und unvermeidbar passieren, wenn sie zum Beispiel eine falsche Bewegung im Stall oder auf der Weide machen. Auch eine längere „Stehpause“ kann dazu führen, dass sich die Muskulatur eines Pferdes verkürzt und seine Bewegungsfähigkeit dadurch eingeschränkt wird. Wollen wir dann in das Training starten, machen sich diese Problematiken schnell bemerkbar. Intensive Trainingseinheiten können zu Muskelkater oder gar zu verspannter Muskulatur führen. Nicht ohne Grund lassen sich Sportler regelmäßig durchmassieren. Um dein Pferd also positiv zu unterstützen, lohnt es sich, Verspannungen zu lösen. Dein Liebling wird nach der Massage garantiert ein genauso hohes Wohlbefinden haben, wie du nach einer Massage. Einen großen Vorteil sehe ich also darin, dass wir das Wohlbefinden der Pferde durch das Massieren optimal unterstützen und ihre Beweglichkeit fördern können.

Entspannung und Wohlbefinden bringt Leonie und ihrer Stute die Pferdemassage….und sie sorgt für eine spezielle Bindung zwischen den beiden.

Massage (ver)bindet!

Einen weiteren Vorteil in der Pferdemassage sehe ich in Bezug auf die Bindung zwischen Mensch und Tier. Das Anwenden bedeutet einen Moment der Ruhe zwischen dir und deinem Pferd. Und das ganz ohne etwas von ihm zu verlangen. Wie eben beschrieben, steigerst du das Wohlbefinden deines Pferdes. Es wird die Massage positiv abspeichern und gerne wieder in Anspruch nehmen. Außerdem lernst du dein Pferd durch die gemeinsame Zeit besser kennen. Du wirst lernen, wie sensibel es ist, was ihm gefällt und wie es sein Empfinden äußert. Denn schließlich musst du dich voll und ganz auf deinen Vierbeiner einlassen und ihm gut zuhören.

Noch einen Vorteil der Pferdemassage sehe ich in der Anwendung. Grundsätzlich kann jeder ohne große Vorkenntnisse sein Pferd massieren. Die Anwendung ist kinderleicht und ein Pferd kann jederzeit massiert werden, denn es bedarf keinen großen Vorbereitungen. Allein Geduld und Einfühlvermögen sollten vorhanden sein, wobei dies grundsätzliche Voraussetzungen im Umgang mit Pferden sein sollten. Aber bitte beachte, dass bei starken körperlichen Einschränkungen deines Pferdes der Besuch eines Osteopathen, Chiropraktikers oder Physiotherapeuten unabdingbar ist.

Tipps & Vorbereitung der Pferdemassage

Findest du die Vorteile einer Pferdemassage ebenfalls so toll, wie ich? Damit auch du deinem Pferd etwas Gutes tun kannst, werde ich dir nun ein paar Tipps für deine erste Pferdemassage geben.

Es gibt sehr viele kleine Helfer, wie zum Beispiel ein Massagestriegel oder sogar ein Massagegerät, die verwendet werden können. Diese können sehr hilfreich sein, sind aber nicht unbedingt notwendig. Vor allem für den Einstieg finde ich es hilfreich, mit den eigenen Händen das Fühlen zu lernen. Demzufolge bedarf es keine große Vorbereitung für eine Pferdemassage. Alles was du dazu brauchst, sind die eigenen Hände, ein gewisses Feingefühl und vor allem Ruhe.

Neben Ruhe brauchst du zum Massieren fürs Erste nur deine Hände und viel Geduld und Feingefühl.

Warum Ruhe? Das Ziel der Pferdemassage ist unter anderem muskuläre Verspannungen zu lösen. Ist dein Pferd jedoch psychisch angespannt und wird es ständig abgelenkt, so wird sich auch die Muskulatur nur schwer entspannen können. Bevor du mit der Massage beginnst, solltest du also darauf achten, dass eure Umgebung ruhig ist, damit sich dein Pferd voll und ganz auf dich und deine wohltuenden Hände konzentrieren kann. Ein kleiner Tipp: Gehe an einen Platz, den dein Pferd schon kennt und an dem euch keine anderen Pferde ablenken können – zum Beispiel euer gewohnter Putzplatz. Außerdem kann es hilfreich sein, das Pferd aufzuhalftern, um den Bewegungsradius etwas einzuschränken. Einen kleinen Bewegungsradius solltest du jedoch möglich machen, da es den Pferden während der Massage oftmals gut tut, sich zu bewegen, wie zum Beispiel einen Schritt nach vorne zu machen. Wenn dein Pferd soweit ist, musst du nur noch Ruhe ausstrahlen und dich ein wenig konzentrieren.

Pferdemassage: Anwendungsbeispiele

Und jetzt verrate ich dir noch, wie ich Pferdemassage einfach und regelmäßig anwende: Ich massiere grundsätzlich beide Seiten, um herauszufinden, wo die Schwachstellen bei meinem Pferd derzeit liegen. Sollte eine Seite stärker betroffen sein, kannst du den Fokus auf die betroffenen Stellen legen. Wenn sich die Verspannungen lösen, wird dir das dein Pferd durch Kauen und / oder Gähnen zeigen. Sei also unbedingt aufmerksam.  

Das Ausstreichen

Die einfachste und vermutlich bekannteste Methode ist das „Ausstreichen“. Wie es der Begriff schon sagt, geht es darum, die muskulären Verspannungen aus dem Pferd zu streichen. Das mag sich zunächst fragwürdig anhören, aber es hat eine große Wirkung und ist simpel. Du stellst dich auf einer beliebigen Seite an den Hals deines Pferdes. Lege deine Fingerspitzen auf die Halsmuskulatur in der Nähe des Pferdegenicks. Diese befindet sich unterhalb des Mähnenkamms und ist dein Anfang. Nun stellst du dir vor, dass du einen Strich über die gesamte Oberlinie deines Pferdes in Fellrichtung malen möchtest. Während du diesen Strich zeichnest, kannst du einen leichten Druck auf die Muskulatur ausüben.

Als würdest du einen Strich zeichnen wollen, beginnst du am Hals dein Pferd „auszustreichen“.

Achte dabei unbedingt auf das Befinden deines Pferdes. Wehrt es sich oder zeigt es Unwohlsein, dann reduziere den Druck. Manche Pferde brauchen etwas Zeit, um sich an das Gefühl zu gewöhnen und das ist auch völlig in Ordnung. Gib deinem Pferd die Zeit, die es braucht. Wenn du den für dein Pferd richtigen Druck gefunden hast, fährst du die Halsmuskulatur langsam entlang. Bleibe dabei immer im Fluss. Nun kannst du mehrmals hintereinander dieselbe Muskelpartie ausstreichen, bis sich dein Pferd entspannt und dir zeigt, dass sich die Muskulatur löst. Eine andere Möglichkeit ist, den gemalten Strich, beginnend an der Halsmuskulatur bis hin zur Schweifrübe durchzuziehen. Auch diese Linienführung kannst du mehrmals wiederholen. Wichtig ist, dass du während der Massage dein Pferd beobachtest und gegebenenfalls deine Massage veränderst, indem du zum Beispiel den Druck oder die Stelle veränderst, wenn dein Pferd hierfür nicht bereit ist. Ansonsten läufst du Gefahr, dass sich dein Pferd noch mehr verspannt.

Die Masterson-Methode

Ein anderes einfaches Anwendungsbeispiel basiert auf der Masterson-Methode von Jim Masterson. Bei dieser Methode musst du deinem Pferd ganz genau zuhören, denn es wird dir zeigen, wo es Verspannungen hat. Ähnlich wie beim „Ausstreichen“ stellst du dich an den Hals deines Pferdes und beginnst ebenfalls in Nähe des Genicks, indem du deinen Zeige- und Mittelfinger auf die Halsmuskulatur legst. Allerdings wird bei der Masterson-Methode so gut wie kein Druck auf die Muskulatur ausgeübt. Der Druck ist gut, wenn du das Fell deines Pferdes ganz leicht spürst. Mit diesem Druck auf den beiden genannten Fingern streichst du nun ebenfalls die Muskulatur ab. Währenddessen musst du unbedingt die Augen deines Pferdes beobachten. Denn laut der Masterson-Methode zeigt dir dein Pferd eine Verspannung, indem es mit den Augen blinzelt.

Natürlich blinzeln Pferde auch in regelmäßigen Abständen oder weil sie lästige Plagegeister loswerden wollen. Es ist also wichtig, zu erkennen, warum dein Pferd in dem Moment blinzelt. Bist du dir sicher, dass letzterer Grund verantwortlich ist, dann streichst du dein Pferd einfach weiter ab. Anderenfalls verharrst du mit demselben Druck, wie zuvor auf der Stelle bei der dein Pferd die Reaktion gezeigt hat. Das machst du solange, bis dein Pferd kaut und / oder gähnt. Danach fährst du die Oberlinie deines Pferdes weiter ab.

Bei der Masterson-Methode zeigt dir dein Pferd, wo es Verspannungen hat.

Wichtig ist, dass du die Reaktionen deines Pferdes auf die genannte Anwendung ganz genau beobachtest. Bei manchen Pferden kommt es vor, dass sie bevor sie mit Gähnen und / oder Kauen reagieren, sich vom Menschen abwenden, indem sie zum Beispiel den Kopf wegdrehen. In diesem Fall solltest du das deinem Pferd gewähren und deine Anwendung bis zur gewünschten Reaktion fortsetzen.

Wie du merkst, ist Pferdemassage kinderleicht und dennoch sehr effektiv. Ich kann dir versprechen, dass dein Liebling und du, begeistert sein werdet. Ich wünsche euch viel Spaß!

Falls du dich intensiver mit dem Thema Pferdemassage auseinander setzen möchtest, empfehle ich dir folgende Bücher:

 

 

 

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Über Experten von Loesdau

Die meisten Loesdau Mitarbeiter sind entweder selbst Pferdebesitzer oder Reiter, zumindest aber Pferdeliebhaber. Sie reiten Dressur oder Western, sind Springreiter oder Züchter, Pferdefotograf oder -physiotherapeut, Trainer oder Reitlehrer. Sie sammeln ständig Eindrücke in allen Belangen rund um ihre Vierbeiner und bilden sich auf ihrem Spezialgebiet ständig fort. Außerdem machen die Kolleginnen und Kollegen permanent neue, interessante Erfahrungen, treffen wiederum Spezialisten und wissen in Sachen Pferd definitiv Bescheid. So ist jeder auf seinem Gebiet ein echter Experte und immer up-to-date. Aktuell bedeutendes Wissen erhalten sie in Seminaren, Kursen oder Lehrgängen.

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