Offenes Sportturnier der Islandpferde in Aegidienberg

Lara, die seit Juli dieses Jahres das Loesdau E-Commerce-Team unterstützt, ist begeisterter und überzeugter Islandpferde Fan. Sie war für euch beim „Offenen Sportturnier der Islandpferde in Aegidienberg“, dem OSI Aegidienberg, das dieses Jahr ausgerichtet wurde von ihrem Heimatverein. Aber davor gibt sie euch erst einmal einen Einblick in den Islandpferdesport und stellt zunächst eine wichtige Frage:

Worauf kommt es bei einem Islandpferdeturnier eigentlich an?

„Auf Islandpferdeturnieren spielen die so genannten Gangprüfungen die Hauptrolle. Die Gang- und Töltprüfungen werden auf einer Ovalbahn geritten. Diese Bahn ähnelt einer Galopprennbahn ist aber wesentlich kürzer (250 m) und hat einen härteren Boden. Im Islandpferdesport gibt es, wie auch in anderen Pferdesportdisziplinen, unterschiedliche Leistungsklassen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.

die 250 m lange Ovalbahn beim OSI Aegidienberg.
Die 250 m lange Ovalbahn in Aegidienberg.

Die Töltprüfungen bei Islandpferdeturnieren

Die zwei schwierigsten Töltprüfungen sind der „Töltpreis T1“ und die „Töltprüfung T2“. Der Töltpreis T1 besteht aus drei Aufgabenteilen. Im ersten wird das langsame Tempo Tölt auf der ganzen Bahn gefordert, im zweiten Aufgabenteil dann die sogenannten Tempounterschiede. Hierbei muss das Tempo im Tölt an den langen Seiten deutlich verstärkt und vor Beginn der kurzen Seiten wieder deutlich zum langsamen Tempo zurück genommen werden. Beim dritten und letzten Aufgabenteil wird das schnelle Tempo Tölt auf der gesamten Bahn geritten. Bei allen drei Aufgabenteilen bilden Takt, Haltung, Beinaktion und die Form des Pferdes die entscheidende Rolle. Die Töltprüfung T2 besteht ebenfalls aus drei Aufgabenteilen. Im ersten Aufgabenteil können die Reiter das Tempo frei wählen, im zweiten Aufgabenteil wird ruhiges, langsames Tempo gefordert und im dritten und wichtigsten Aufgabenteil (dieser zählt zu 50 %) muss das Pferd am vollkommen hingegebenen Zügel tölten. Hierbei müssen Takt, Haltung und Tempo gleichmäßig erhalten bleiben.

Die Vier- und Fünfgangprüfungen

Des Weiteren gibt es noch Vier- und Fünfgangprüfungen in denen vier (Schritt, Trab, Tölt und Galopp) beziehungsweise fünf (Schritt, Trab, Tölt, Galopp und Rennpass) Gangarten auf der Ovalbahn geritten werden. Eine Besonderheit bildet hierbei der Rennpass, dieser wird aufgrund des enormen Tempos nur auf der Geraden geritten.

Die Passdisziplinen bei Islandpferdeturnieren

Last but not least gibt es auch reine Passdisziplinen. Diese unterscheiden sich in Speedpass (hier werden 100 m Rennpass auf Zeit geritten), Passprüfung (hier gibt es Noten für die Qualität der Gangart, den Reitstil und die Zeit in der die 100 m geritten werden) und das Passrennen. Hier starten immer zwei Reiter gegeneinander auf einer Strecke von 150 m oder 250 m. Auch hier geht es um die Zeit. Der Schnellste gewinnt.

Hier fliegt Svenja Braun mit Ihrem Hugo im Rennpass
Svenja Braun mit Ihrem Hugo im fliegenden Rennpass

Endlich geht das OSI Aegidienberg los!

Jetzt aber genug von der Theorie! Endlich geht es los. Donnerstagmorgen ist es endlich soweit. Das OSI Aegidienberg beginnt! Auch wenn ich diesmal nicht aktiv teilnehmen kann, freue ich mich schon sehr auf die vor mir liegenden Tage. Viele bekannte Gesichter treffen und gemeinsam fachsimpeln, das macht Spaß!

Besonders gerne schaue ich mir die Töltprüfung T2 an. Keine andere Prüfung zeigt die natürliche Gangveranlagung der Islandpferde besser als diese. Die Vorentscheidung der T2 beginnt gerade und eine sehr gute Freundin von mir ist mir ihrem Pferd auch dabei. Also gilt es Daumen zu drücken. Christina startet in der höchsten Leistungsklasse und geht in der Vorrunde alleine an den Start. Vorentscheidungen niedrigerer Leistungsklassen werden in Gruppen geritten. Alle sind aufgeregt und erwarten die erste Pferd-Reiter-Kombination in der Bahn. Da sind auch schon Christina und ihr Hörður frá Eskihólti. Hörður ist im Islandpferdesport kein unbeschriebenes Blatt, so ging er bereits bei der Islandpferdeweltmeisterschaft 2009 an den Start und konnte sich dort in dieser Prüfung für das Finale qualifizieren und die Bronzemedaille für sein Heimatland Island (damals noch mit einem isländischen Landsmann im Sattel) gewinnen.

Hörður frá Eskihólti: immer wieder spannend

Christina und er haben viele nationale und internationale Erfolge vorzuweisen. Trotzdem ist es jedes Mal aufregend. Alle drei Aufgabenteile haben die beiden mit Bravour gemeistert und erhalten eine Endnote von 6,77 Punkten. Das Notensystem im Islandpferdesport geht von 0 bis 10. Wobei 0 als „nicht erfüllt“ gilt und 10 das absolute Notenmaximum ist. Die Note 5,0 beschreibt damit den Durchschnitt. Alles über 5,0 ist überdurchschnittlich und alles unter 5,0 unterdurchschnittlich. Christinas Note ist sehr gut, aber es kommen noch weitere sehr gute Paare. Nach gut einer Stunde ist die Vorentscheidung vorbei und das vorläufige Ergebnis steht fest. Christina ist mit ihrem Islandhengst Hörður in der T2 beim OSI Aegidienberg auf dem dritten Platz gelandet.

Christina mit Ihrem Hördur im Tölt am hingegebenen Zügel.
Christina mit Hördur im Tölt

Das Finale der Töltprüfung T2 beim OSI Aegidienberg

Sonntagmittag gehen die beiden wieder beim OSI Aegidienberg an den Start. Das Finale der Töltprüfung T2 steht auf dem Plan. Wie bereits in der Vorentscheidung konnten Christina und Hörður ihren dritten Platz verteidigen. Sieger dieser Prüfung wurde Anoush Andrej Bargh mit seinem Pferd Galsi von Faxaból. Gerd Flender gewann den zweiten Platz mit Naskur frá Egilsá. Herzlichen Glückwunsch! Leider ist das diesjährige OSI Aegidienberg am schon wieder beendet und die fast 300 Teilnehmer fahren mit ihren Pferden in alle Himmelsrichtungen nach Hause. Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr auf der wunderschönen Anlage von Walter und Marlies Feldmann. Ich werde da sein! Bis dann!“

Vielen Dank für die Bereitstellung der tollen Bilder an das Team von Neddens Tierfoto, wenn ihr euch dort einmal umschauen wollt, klickt hier!

Lara
Letzte Artikel von Lara (Alle anzeigen)

Über Lara

Erfahrung / Motivation: Mit 9 Jahren bekam ich meine erste Reitstunde auf einem Islandpferd und gleich stand für mich fest: einmal Islandpferde, immer Islandpferde. Der Traum vom eigenen Islandpferd wurde mit 15 Jahren endlich wahr. Der damals fünfjährige Islandwallach Glaumur von Philippstein begleitet mich jetzt seit 15 Jahren. Mit ihm habe ich meine größten Erfolge im Sport bis hin zu den Deutschen Jugendmeisterschaften der Islandpferde erritten. Im Mai 2013 kam die knapp 2-jährige Islandstute Helena frá þjóðólfshaga 1 dazu. Helena kommt direkt aus Island, wurde im November 2015 tragend importiert und brachte im Mai 2016 ihr erstes Fohlen zur Welt. Sobald Helena von ihrem Fohlen abgesetzt wird, beginnt für sie der Ernst des Lebens. Ich bin sehr gespannt, wie sie sich als Reitpferd entwickelt. Ich freue mich jetzt schon riesig darauf, sie auszubilden und viele tolle Erlebnisse mit ihr zu teilen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, ich bin damit einverstanden, dass meine eingegebenen Daten für die Bearbeitung und Anzeige meines Kommentars verarbeitet werden. Die E-Mail-Adresse wird im Blog nicht angezeigt. Diese Einwilligung kann von mir jederzeit widerrufen werden.