Klassische Handarbeit Teil 3: Vorbereitende Gymnastik für die Piaffe

Die klassische Handarbeit ist eine sinnvolle Gymnastizierung für Pferde. Sie ist nicht nur eine gute Vorbereitung für neue Lektionen, sondern sorgt vor allen Dingen für Abwechslung und Spaß. Schritt für Schritt wollen wir euch den Weg bis zur Piaffe an der Hand zeigen. Viel Spaß mit Julia und Corday bei Teil 3: „Das Geheimnis einer guten Piaffe liegt in der richtigen, vorbereitenden Gymnastik. Mit durchdachten und steigernden Übungen wird das Pferd optimal vorbereitet und allmählich befähigt, die Piaffe zu erlernen. Die wichtigsten Übungen habe ich für euch in diesem Beitrag erläutert.

Übertreten im Trab

Auf die sinnvolle gymnastische Übung des Übertretens bin ich im letzten Beitrag schon eingegangen. Die Gymnastik lässt sich steigern, indem ihr die Übung im Trab ausführt. Das Übertreten im Trab ist für Pferde extrem anstrengend. Aus diesem Grund fordere ich die Übung nur gezielt und dosiert. Grundsätzlich gilt oft wiederholen, wenig verlangen und viel loben. Das Übertreten soll auf beiden Händen symmetrisch und geschmeidig erfolgen.

Schulterherein zur Vorbereitung auf die Piaffe

Zur Vorbereitung auf die Piaffe nutze ich außerdem sehr gerne Schritt-Trab-Übergänge im Schulterherein. Dazu gehe ich auf den Zirkel oder eine große Volte und lasse Corday im Schulterherein traben und pariere im Schulterherein durch zum Schritt und umgekehrt. Bei dieser Übung wird die Reaktionsgeschwindigkeit des Abfußens des inneren Hinterbeins gefördert. Außerdem kräftigt die Übung das jeweilige Hinterbein und trägt dazu bei, dass die Pferde vermehrt Last aufnehmen.

Versammelter Schritt

Um die Pferde optimal auf die Piaffe vorzubereiten, benötigen wir den versammelten Schritt. Pferde im versammelten Schritt sind höchst aufmerksam und warten auf allerfeinste Signale unserer Hilfen. Aus dem versammelten Schritt lassen sich die Pferde später optimal diagonalisieren. Um den versammelten Schritt zu erarbeiten, nehme ich Corday immer wieder kurz auf, gebe mehrere halbe Paraden hintereinander, verkürze dadurch die Tritte und treibe aber vermehrt nach. Dadurch wird der Schritt kürzer, Corday richtet sich mehr auf und tritt mit der Hinterhand fleißig mit. Zu Beginn verlange ich nur wenige Tritte im versammelten Schritt, dafür frage ich diese aber immer mal wieder ab.

Versammelter Schritt-halten-rückwärts

Wenn ich den versammelten Schritt nun sicher abfragen kann, beginne ich damit, Übergänge vom versammelten Schritt-halten-rückwärts zu erarbeiten. Wenn auch dies sicher und auf unsichtbare Hilfen funktioniert, sodass das Pferd sich selber trägt und kein Gewicht auf die Hand bringt, ist ein weiterer Meilenstein Richtung Piaffe geschafft und die Piaffe eine logische Folge der Übungen.

Hinterbeine touchieren

Um die Pferde im nächsten Schritt zu diagonalisieren, ist es wichtig, dass die Pferde auf tochieren am Röhrbein ihr Hinterbein anheben. Dafür stelle ich Corday auf den ersten Hufschlag an die Bande. Für diese Arbeit nutze ich sehr gerne eine Tochiergerte, da sie länger als die gewöhnlichen Reitgerten sind und ich auf Ganaschenhöhe bleiben kann. Ich stehe in Blickrichtung zur Hinterhand, halte in meiner äußeren Hand den inneren Zügel, in der inneren Hand halte ich die Touchiergerte. Wenn das Pferd geschlossen und auf allen vier Beinen gleichmäßig verteilt steht, beginne ich, sprunggelenkabwärts vorsichtig das Pferd am Röhrbein zu touchieren. Ich beobachte genau an welcher Stelle mein Pferd reagiert. Die Reaktionen fallen oftmals stark unterschiedlich aus. Die einen treten nach hinten aus, bei anderen zuckt lediglich die Haut. Die Pferde zeigen schnell wie intensiv touchiert werden soll, um die Beine zu heben. Dies ist bei der Touchierarbeit in jedem Fall zu berücksichtigen. Zu Beginn ist mir zunächst wichtig, dass ich eine Reaktion erhalte. Im weiteren Verlauf lobe ich nur noch die Reaktion, die ich später erwarte. Niemals bestrafe ich die Pferde, wenn sie nach hinten treten oder auf den Boden stampfen. Schnell lernen die Pferde, wie sie auf das Touchieren reagieren sollen.

Pferd wird an Hinterhand touchiert.
Schnell lernen die Pferde die korrekte Reaktion auf das Touchieren der Hinterhand. Das ist eine gute Vorbereitung auf die Piaffe.

Warum das Diagonalisieren so wichtig ist erfahrt Ihr im nächsten Teil. Darin geht es um die Erarbeitung der Piaffe.“

 

Experten von Loesdau

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Die meisten Loesdau Mitarbeiter sind entweder selbst Pferdebesitzer oder Reiter, zumindest aber Pferdeliebhaber. Sie reiten Dressur oder Western, sind Springreiter oder Züchter, Pferdefotograf oder -physiotherapeut, Trainer oder Reitlehrer. Sie sammeln ständig Eindrücke in allen Belangen rund um ihre Vierbeiner und bilden sich auf ihrem Spezialgebiet ständig fort. Außerdem machen die Kolleginnen und Kollegen permanent neue, interessante Erfahrungen, treffen wiederum Spezialisten und wissen in Sachen Pferd definitiv Bescheid. So ist jeder auf seinem Gebiet ein echter Experte und immer up-to-date. Aktuell bedeutendes Wissen erhalten sie in Seminaren, Kursen oder Lehrgängen.
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Die meisten Loesdau Mitarbeiter sind entweder selbst Pferdebesitzer oder Reiter, zumindest aber Pferdeliebhaber. Sie reiten Dressur oder Western, sind Springreiter oder Züchter, Pferdefotograf oder -physiotherapeut, Trainer oder Reitlehrer. Sie sammeln ständig Eindrücke in allen Belangen rund um ihre Vierbeiner und bilden sich auf ihrem Spezialgebiet ständig fort. Außerdem machen die Kolleginnen und Kollegen permanent neue, interessante Erfahrungen, treffen wiederum Spezialisten und wissen in Sachen Pferd definitiv Bescheid. So ist jeder auf seinem Gebiet ein echter Experte und immer up-to-date. Aktuell bedeutendes Wissen erhalten sie in Seminaren, Kursen oder Lehrgängen.

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