Das Trailreiten

Uwe Epple kennt sich sehr gut aus mit Trail. Kürzlich hatte Thea aus dem Loesdau Blog Team die Gelegenheit, ihm ein paar Fragen zu stellen. Uwe Epple ist Bereiter auf einem privaten Vollblutaraber-Gestüt. Diese Araber aller Altersklassen werden Western geritten und auch auf Turnieren vorgestellt. Außerdem ist Uwe freiberuflicher Reitlehrer und in der klassischen Reiterei tätig. Er legt viel Wert auf korrekte Gymnastizierung und Bodenarbeit, was für ihn als fundierte Grundlage gilt.

Aber jetzt direkt zu Theas Fragen:

Uwe Epple auf einem Jungpferd.
Uwe Epple bei seiner Arbeit als Bereiter auf einem Jungpferd. Foto: Angelika Domig

„Hallo Uwe, schön, dass du mir ein paar Fragen beantworten willst. Darf ich dich als erstes fragen, wie du überhaupt zum Trail gekommen bist?

Uwe Epple: Ich war als Besucher auf der Americana zu den Europameisterschaften im Westernreiten, wo es mich sofort gepackt hat. Beim Trail hat mich fasziniert, wie Reiter mit kaum sichtbaren Hilfen exakt über Stangen, Tor und Brücke seitwärts und rückwärts reiten können. Das erfordert extrem viel Vertrauen zueinander. Ich sagte mir: Das will ich auch mal können!

Uwe Epple beim Schließen eines Tors
Uwe Epple und Pferd Angel trainieren am Tor. Foto: Sven Epple

Was sind deine größten Erfolge?
Ich habe im Laufe der Jahre mit unterschiedlichen Pferderassen und Typen wie Warmblüter, Haflinger, Quarterhorses, Mixe und auch Kaltblüter unzählige Erfolge errungen. Dazu gehören: mehrfacher Landesmeister und Landesvizemeister, mehrfacher EWU Champion im Trail, Deutscher Meister, Deutscher Vizemeister, mehrfacher Europameisterschaftsfinalist (Americana), Badischer Trail Cup Sieger und Baden-Württemberg Cup Sieger. Außerdem war ich langjährig Mitglied im Landeskader Baden Württemberg.

Uwe Epple mit Pferd Indra auf der Messe PFERD in Stuttgart.
Uwe Epple mit Pferd Indra auf der Messe PFERD in Stuttgart beim Öffnen eines Tors. Foto: Sven Epple

Was ist Trail?

Trail ist eine Geschicklichkeitsübung/Disziplin im Westernreiten.

Wie ist Trail entstanden?

Es werden Situationen, die im Gelände oder auch beim Wanderreiten vorkommen können, simuliert und nachgeritten. Beispiele sind das Überqueren einer Brücke, Reiten über Stangen, Rückwärts richten, Seitengänge…

Woher kommt Trail?

Trail kommt aus Amerika und ist aus der Rancharbeit heraus entstanden. Da müssen die Pferde in jeder Situation ruhig und kontrollierbar bleiben und dem Reiter überall hin folgen.

Welches sind deiner Meinung nach die wichtigsten Übungen im Trail?

Beim Trail sollte das Pferd exakt an die Hilfen gehen, in allen Gangarten zu kontrollieren sein und vor allem dem Reiter zu 100℅ vertrauen. Die wichtigsten Übungen sind hier z.B. Rückwärts richten zwischen Stangen oder Pylonen, Seitengänge zwischen und über Stangen, Drehungen, Tor öffnen und schließen, Schritt, Trab und Galopp über Stangen, Brücke oder Plane.

Was muss mein Pferd können, um Trail zu reiten?

Das Pferd sollte lernen, dem Reiter voll zu vertrauen. Es muss an den Hilfen gehen und gut gymnastiziert sein. Zudem sollte es sicher in den drei Grundgangarten sein. Eine ruhige Vor- und Hinterhandwendung und Rückwärts richten um die Ecke sollten beherrscht werden, dann ist grundsätzlich alles möglich.

Uwe Epple beim Unterrichten.
Uwe Epple achtet beim Unterrichten auf ausreichend Stangenarbeit zur Gymnastizierung. Foto: Angelika Domig

Welches sind klassische Einstiegsübungen?

Klassische Einstiegsübungen sind zum Beispiel Rückwärtsrichten zwischen Stangen oder Pylonen, Seitengänge jeglicher Art, Tor öffnen und wieder schließen sowie Schritt und Trab über Stangen.

Was brauche ich alles für einen guten Trailparcours?

Für einen guten Parcours benötigst du Stangen jeglicher Art (möglichst farbig), eine Brücke, eine Plane oder ein Brett zum darüber laufen, ein Tor oder langes Seil zwischen zwei „Ständern“, Pylonen/Hütchen und vieles mehr.

Worauf wird beim Trail besonders geachtet?

Beim Trail wird besonders darauf geachtet, dass das Pferd die geforderten Aufgaben ruhig und gelassen bewältigt. Das Pferd soll auf die Hilfen des Reiters warten, so gering sie auch immer sind und nichts vorweg nehmen. Der Reiter soll sein Pferd in der richtigen Reihenfolge durch den Parcours steuern und sein Pferd nicht überfordern bzw. korrekt und fair behandeln bzw. steuern.

Welche Pferde eignen sich speziell für Trail?

Im Grunde können alle Rassen gute Trailpferde werden. Wichtig ist das Heranführen des Pferdes an die Aufgaben. Nervenstärke und Ruhe sind Voraussetzungen. Das alles kann dem Pferd auch bei der Bodenarbeit vermittelt werden.

Was bringen mir Trail-Aufgaben im Alltag?

Trail-Aufgaben bringen im Alltag sehr viel für alle Reitweisen. Trittsicherheit, bessere Aufmerksamkeit und Vertrauen von Pferd zum Menschen und vom Menschen zum Pferd werden gefördert. Zudem wird die Konzentration des Pferdes geschult. Ruhe und Nervenstärke bei den Übungen können auf  bestimmte Situationen im Gelände übertragen werden.

Uwe Epple mit Pferd Angel beim Training.
Uwe Epple und Pferd Angel demonstrieren hier das Überqueren einer Brücke beim Training. Foto: Sven Epple

Vielen Dank für das tolle Gespräch!“

Die Erfahrung, dass ein Pferd durch Bodenarbeit und Trailübungen gelassener wird, durfte Thea auch selbst machen. Sie sagt: „Die Fähigkeit, ein Tor vom Sattel aus zu öffnen, hat mir schon oft geholfen. Daher empfehle ich jedem, einmal in die Welt des Trail hineinzuschnuppern.“

 

Thea

Thea

Ich habe das große Glück, seit 2015 bei Loesdau ein duales Studium zum Bachelor of Arts - Onlinemedien absolvieren zu dürfen. In der Abteilung E-Commerce bin ich in diverse Projektarbeiten involviert, übernehme kleinere Arbeiten im Online-Shop und dem Blog und lerne täglich dazu.
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Über Thea

Erfahrung / Motivation: Schon als Kind hatte ich nichts anderes als Pferde im Kopf. Trotzdem musste ich einige Jahre betteln, bis meine Eltern mir die ersten Reitstunden erlaubten. Ab diesem Zeitpunkt war es restlos um mich geschehen. So oft ich konnte verbrachte ich meine Zeit im Stall. Während andere am Wochenende ausschliefen, fuhr ich schon am frühen Morgen mit dem Bus durch die Gegend, um rechtzeitig zur Springstunde zu kommen. So wunderte es keinen, dass ich später eine Lehre zur Pferdewirtin machte. Mit 19 erfüllte ich mir meinen größten Traum und kaufte meine damalige Reitbeteiligung. Asterix ist ein rheinisch-deutsches Kaltblut und war zu diesem Zeitpunkt 12 Jahre alt. Er hatte noch keinerlei dressurmäßige Ausbildung genossen und ich bildete ihn selbstständig aus. Gehörten früher intensive Dressurarbeit, Ausritte, kleinere Sprünge und viel Bodenarbeit zu den Dingen, die Asterix und ich gerne gemacht haben, so stehen heute altersbedingt eher gemütliche Ausritte, Bodenarbeit und lockere Übungen auf dem Platz auf dem Programm, denn: wer rastet, rostet!

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