Zorse Tayo – vom Fohlen zum Jungpferd

Seit dem letzten Blogbeitrag über mein Zorse Tayo im Januar 2021 ist einiges passiert. Der „Kleine“ ist jetzt 2,5 Jahre alt und wirkt optisch schon sehr erwachsen. Ich habe es absolut nicht bereut ihn zu mir geholt zu haben und liebe ihn wie am ersten Tag! Natürlich ist nicht immer alles rosarot und wir hatten bisher definitiv schon einige Tiefen. Aber mittlerweile habe ich das Gefühl, wir sind wirklich ein Team geworden und meistern Hürden gemeinsam.

Mein Zorse Tayo und ich sind ein klasse Team geworden.

Mit sehr vielen Jungpferden wird bis zu diesem Alter kaum etwas gemacht und sie verbringen ihre Zeit mit ihren Spielgefährten. Mit Tayo habe ich schon sehr früh Zeit verbracht und ihm „die Welt gezeigt.“ Das ist auch der Grund, warum er sich wirklich gut händeln lässt. Ich finde das sehr wichtig, gerade in der Stallgasse, wenn uns Menschen oder Pferde entgegenkommen, muss es möglich sein, ihn zur Seite zu schicken und dort zu warten. Ein Zorse, das das nicht kennt, würde in solchen Momenten, wenn es eng wird entweder Panik bekommen oder erstarren. Ein einfaches aneinander vorbeigehen würde nicht funktionieren, was definitiv Stress für alle Beteiligten bedeuten würde. Genau deshalb finde ich es so wichtig, alltägliche Dinge kleinschrittig und regelmäßig zu üben, eben damit alles ganz entspannt ablaufen kann.

Jeden Tag üben wir viel und kleinschrittig. Tayo ist sehr wissbegierig und schlau und fordert das Lernen und die Beschäftigung.

Eine große Leidenschaft von Tayo sind Zirkuslektionen, das macht er einfach super gerne!
Das Liegen hat er zum Beispiel recht schnell gelernt und bleibt nun nach dem Ablegen auch mal 20 min liegen, wenn er einen ruhigen Tag hat. Sitzen haben wir auch geübt und er bemüht sich dabei total, auch wenn er noch nicht die richtige Position gefunden hat, um es lange zu halten. Das Lustige ist, wenn ihm dann die Kraft ausgeht, lässt er sich einfach komplett auf die Seite fallen, bleibt erstmal liegen und versucht es dann erneut.

Tayo kann sitzen…
…und wenn es ihn zu sehr anstrengt, legt er sich einfach auf die Seite, bis er es dann von selbst noch einmal versucht.
Die Besonderheiten eines Zorsen habe ich nie aus den Augen verloren und so auch unsere größte Tiefe mit ihm gut überwunden.

Auch das Kompliment üben wir immer wieder, das Bein am Boden ablegen hat er richtig gut verstanden, jetzt geht’s einfach noch darum, die Kraft aufzubauen, um es noch länger halten zu können.
Den Spanischen Schritt würde er sicher super schnell lernen, allerdings möchte ich ihm das momentan noch nicht beibringen. Dazu muss er noch etwas älter und auch ruhiger werden, denn das ist eine Lektion, bei der auch schnell etwas passieren kann, wenn er das ungefragt anbietet.

Nach den ganzen Erfolgseinblicken erzähle ich euch jetzt noch eine unserer größten Tiefen. Zorse und Hufe ist ein großes Thema. Wie Zebras wollen sie ihre Hufe und Beine schützen, denn ohne diese können sie nicht mehr flüchten, und das ist in der Wildnis wichtig, um zu überleben. Beim Hufe auskratzen hatten wir in der Zwischenzeit mal Probleme. Das haben wir aber relativ schnell wieder hinbekommen. Das große Thema war die Hufpflege! Anfangs hat alles noch super geklappt und er hat sich von einem Hufpfleger gut bearbeiten lassen. Aber dann wurde es immer schwieriger. Also haben wir zunächst zu einer anderen Person gewechselt. Das erste Mal war super, das zweite Mal grenzwertig und beim dritten Mal war ein Nahekommen überhaupt nicht mehr möglich, weil Tayo schon von Weitem die Ohren angelegt hat. Alle wussten, wenn wir hier weitermachen, gibt es Verletzte! Wir haben wirklich viel ausprobiert, aber an diesem Punkt brach ich alles ab. Ich wollte auch nicht, dass das Hufthema für Tayo noch schwieriger wird, immerhin konnte ich selbst die Hufe noch problemlos hochnehmen.
Bisher habe ich die Hufe meiner Pferde immer von Fachleuten bearbeiten lassen, aber jetzt gab es keinen anderen Weg mehr: Ich musste es selbst lernen! Mittlerweile habe ich mir also selbst Werkzeug gekauft, mir Wissen angeeignet und bearbeite seine Hufe selbst. Das funktioniert wirklich gut! Oft gibt er mir seinen Huf schon, wenn ich ihn grade aufnehmen will. Ich bin froh, dass ich aus meiner Komfortzone geworfen wurde, um mich selbst weiterzuentwickeln. Manchmal braucht es eben einen gewissen Anstoß.

Tayo hat jede Menge Spaß mit seinen Spielkameraden.

In der Herde ist Tayo voll integriert. Er hat einige Spielgefährten und ist fast täglich mit einem anderen Pferd beim Spielen zu beobachten. Ich freue mich riesig, dass er in einer Herde aufwachsen darf, in der selbst die älteren Pferde täglich spielen und das tatsächlich fast jeder mit jedem. Aber auch in der Herde weiß er genau, was er will und schickt die anderen auch mal deutlich zur Seite.

Wann kommst du endlich? Ich möchte jetzt endlich etwas mit dir unternehmen. 🤣
Tayo und ich halten euch auf dem Laufenden, was wir noch alles gemeinsam erleben. Bis dahin: viele Grüße!

Vielleicht denkst du jetzt, das ist doch super schön für ihn, da reicht es, das Nötige zu erarbeiten und an den restlichen Tagen darf er einfach bei seinen Freunden sein. Aber warum handhabe ich das nicht so, sondern beschäftige ihn fast täglich?
Ganz einfach: Sobald Tayo mich irgendwo im Stall entdeckt, steht er an der Offenstalltüre und möchte etwas machen. Wenn ich dann zu lange brauche, bis ich zu ihm komme, wird er richtig ungeduldig. Er liebt unsere gemeinsamen Unternehmungen und die zusätzliche Beschäftigung. Er möchte Neues lernen und kann oft gar nicht genug bekommen. Es macht ihm und natürlich auch mir einfach Spaß!

Svenja
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Über Svenja

Schon seit ich Denken kann faszinieren mich Pferde. Ich war überglücklich, als ich dann regelmäßig Reitunterricht nehmen und Zeit mit den Pferden verbringen durfte. Es dauerte nicht lange, bis ich dann eine Reitbeteiligung hatte und dann auch auf Turnieren unterwegs war. Einige Jahre später wurde mir klar, dass mir irgendwas fehlt und es für mich noch mehr gibt. Für mich änderte sich einiges, ich stieg auf gebissloses Reiten um, kaufte mein erstes eigenes Pferd und lernte so unglaublich viel von und mit Diamond. Er zeigt mir jeden Tag aufs Neue, was mit einem Seniorenpferd noch alles möglich ist und wie viel Spaß man zusammen haben kann.

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