Mein Hund macht Mantrailing

Einen Hund sinnvoll und für seinen Geist anregend zu beschäftigen, ist sehr wichtig. Gelingen kann dies zum Beispiel mit Mantrailing. Was das genau ist, beschreibt euch Ingrid, Verkaufsmitarbeiterin im Pferdesporthaus Loesdau, Forstinning: „Haben eure Hunde Hobbies? Nein, ich meine nicht Frauchens liebste Treter zu zerkauen oder den Freudentanz, wenn Herrchen wieder nach Hause kommt. Ich meine etwas, das sie gerne machen, für das sie sich anstrengen müssen, wofür sie aber auch viel Lob einheimsen. Meine Hündin Kylie hat seit neuestem so ein Hobby. Es heißt Mantrailing und bedeutet: Personensuche mit Hilfe eines Hundes. Darauf gekommen bin ich, weil ich Kylie außer schönen Spaziergängen und Ausritten noch etwas für den Kopf bieten wollte. Kylie ist ein Harzer Fuchs, das ist eine alte Hütehunderasse. Wie die meisten Hütehunde ist auch Kylie sehr intelligent und lernbegierig. Als eine Arbeitskollegin mich zu einem Vortrag zum Thema Mantrailing einlud, nahm ich diese Einladung gerne an. Der Vortrag wurde von Andrea Millet gehalten, die eine kleine aber feine Trailschule in München betreibt (www.trailnase.de). Danach meldete ich mich sofort für ein Einsteigerseminar bei Andrea an. Seit diesem Seminar sind Kylie und ich im Mantrailing-Fieber!

Kylie, mein wissbegieriger Hund.
Kylie, mein wissbegieriger Hund, liebt Mantrailing.

Mantrailing – für Hunde mit Nase

Dass Mantrailing für jeden Hund mit Nase geeignet ist, hat mich sofort begeistert. Anders ausgedrückt heißt das nämlich, es gibt eigentlich keine Altersbeschränkung und auch keine „bevorzugten“ Rassen. Natürlich gibt es Rassen, die aufgrund ihrer speziellen Züchtung besser riechen als andere. Aber die Grundlagen kann jeder Hund lernen.

Mantrailing – so funktioniert’s

Im Prinzip sieht ein Mantrailing-Training so aus: Dem Hund wird ein Geruchsstoff mit dem Duft einer zu suchenden Person angeboten. Das kann zum Beispiel ein getragenes Kleidungsstück sein. Mit Hilfe eines Startrituals lernt der Vierbeiner daraufhin der Spur dieser Person zu folgen, bis er sie gefunden hat. Das klingt einfach, erfordert vom Hund aber ein sehr hohes Maß an Konzentration, denn die Spur, die er verfolgt besteht aus lauter mikroskopisch kleinen Hautschüppchen, wie sie jeder Mensch ständig verliert.

Kylie beim Mantrailing-Training
Kylie auf Schnupperkurs.

Diese Schüppchen können natürlich vom Wind verweht werden, sie haften unterschiedlich auf verschiedenen Untergründen und sie können sich mit anderen Hautschüppchen mischen. Der „Job“ des Hundes ist es nun, aus dem „Schüppchenchaos“ eine Spur zu lesen.

Und der Job des Hundeführers?

Der Hundeführer muss seinen Hund lesen! Das heißt, er muss erkennen, wann sein Hund auf der Spur ist und wann er sie verloren hat und erst wieder nach ihr suchen muss. Der Hundeführer ist für die Sicherheit seines Hundes verantwortlich, wenn dieser z.B. einer Spur über eine stark befahrene Straße folgt. Außerdem muss er durch seine Leinenführung dafür sorgen, dass der Hund seinen Job machen kann und nicht durch ständiges an der Leine ziehen in seiner Konzentration gestört wird.

Die richtige Leinenführung

Aus diesem Grund stand bei unserem Einstiegsseminar auch die richtige Leinenführung auf dem Plan – als Trockenübung mit den anderen „menschlichen“ Teilnehmern.

Andrea imitiert einen eifrig suchenden Hund und führt mich ganz schön an der Nase herum.
Andrea imitiert einen eifrig suchenden Hund und führt mich ganz schön an der Nase herum.

Dabei stellte ich fest, dass sich das Ganze ein bisschen wie ein guter Zügelkontakt anfühlt, weich aber doch fühlbar. Nur so kann der Hundeführer im Falle eines Falles – also bei einer Straßenüberquerung beispielsweise – schnell reagieren. Natürlich soll es, läuft der Hund auf seiner Suche z.B. im Kreis, keinen Leinensalat geben.

Wichtig für’s Mantrailing: Equipment und Belohnung

Gesucht wird übrigens immer mit einem gut sitzenden Hundegeschirr, damit die Hunde in ihrem Arbeitseifer kontrollierbar sind, ohne ihnen zu schaden. Als Suchleine eignet sich eine rund 6 m lange Schleppleine aus einem griffigen Material, das aber keine Brandblasen verursachen sollte, wenn sich der Hund „in’s Zeug legt“! Und das tun die Hunde! Denn Mantrailing ist wie eine kontrollierte Jagd und entspricht so dem natürlichen Verhalten unserer Miniwölfe. Deswegen wird Kylie auch immer ganz aufgeregt, sobald sie Andrea´s Stimme hört, denn sie weiß: Jetzt geht es bald wieder los! Nur, dass am Ende kein saftiger Hasenbraten wartet, sondern eine kleine Plastikdose mit herrlichen Hundeleckereien!“

Endlich: die verdiente Belohnung!
Endlich: die verdiente Belohnung!
Experten von Loesdau
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Über Experten von Loesdau

Die meisten Loesdau Mitarbeiter sind entweder selbst Pferdebesitzer oder Reiter, zumindest aber Pferdeliebhaber. Sie reiten Dressur oder Western, sind Springreiter oder Züchter, Pferdefotograf oder -physiotherapeut, Trainer oder Reitlehrer. Sie sammeln ständig Eindrücke in allen Belangen rund um ihre Vierbeiner und bilden sich auf ihrem Spezialgebiet ständig fort. Außerdem machen die Kolleginnen und Kollegen permanent neue, interessante Erfahrungen, treffen wiederum Spezialisten und wissen in Sachen Pferd definitiv Bescheid. So ist jeder auf seinem Gebiet ein echter Experte und immer up-to-date. Aktuell bedeutendes Wissen erhalten sie in Seminaren, Kursen oder Lehrgängen.

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