Pferdetraining leicht und locker – Gymnastizierung nach Plan

Carola von Kessel beschäftigt sich in Ihrem Buch „Pferdetraining leicht und locker“ mit der Frage, welches Training für welches Pferd-Reiter-Paar das Richtige ist. Sie gibt dem Leser Hilfestellung, den richtigen Typ für Pferd und Reiter zu finden, um die passenden Übungen für ein optimales Training zu finden. Interview mit der Autorin Carola von Kessel.

Sie haben das Buch „Pferdetraining leicht und locker“ geschrieben, welches sich an alle Reiter richtet, die mit ihrem Pferd noch mehr Harmonie erleben möchten.

Dabei beschäftigen Sie sich mit der Frage, welches Training für welches Pferd-Reiter-Paar das Richtige ist. Jeder Pferdetyp benötigt ein angepasstes Training, um ihn optimal fördern zu können. Lustlose und träge Pferde müssen mehr Körperspannung aufbauen. Hitzige Pferde hingegen müssen gelockert werden. Daher kann nicht jedes Pferd nach Schema F trainiert werden, denn sie sind genauso unterschiedlich, wie die Reiter.

Typgerechtes Training: von der Dehnungshaltung …

Um herauszufinden, welche Trainingsübungen zu Pferd und Reiter passen, muss zunächst der Pferde- und Reitertyp definiert werden. In Ihrem Buch geben Sie Hilfestellung, wie der richtige Typ gefunden werden kann. Der Leser kann dann die passenden Übungen für ein optimales Training definieren. Hierfür stehen bis zu 50 Lektionen in Ihrem Buch zur Auswahl.

… bis zur Versammlung!

Welche Pferde- und Reitertypen begegnen Ihnen häufig im Alltag?

Eigentlich alle Pferdetypen, die im Buch beschrieben sind – vom dominanten Powerpaket über das zarte Sensibelchen bis hin zum cleveren Drückeberger. Auch bei den Reitern gibt es die verschiedensten Ausprägungen: fordernde oder lässige Typen, von Selbstzweifeln geplagte oder ängstliche Reiter. Für jeden Typ gibt es besonders geeignete Übungen, das ist der Grundgedanke des Buches: jeden dort abzuholen, wo er sich mit seinem Pferd gerade befindet, und Anregungen für mehr Spaß und Leichtigkeit beim Training zu geben.

Wenn sich der Reiter nicht sicher ist, welcher Typ auf sein Pferd zutrifft, sagen Sie, sollte man den Typ nehmen, welcher einem am meisten zusagt. In einigen Monaten sollte der Test dann wiederholt werden. Kann sich der Charakter des Pferdes im Laufe des Trainings verändern oder festigen?

Der grundsätzliche Charakter vielleicht nicht, aber auf jeden Fall können sich die Arbeitseinstellung des Pferdes und seine Beweglichkeit, aber auch die Verständigung zwischen Reiter und Pferd so verändern, dass beispielsweise ein eher unkooperatives Pferd zunehmend wach und aufmerksam wird oder ein hibbeliges Pferd immer mehr zur Ruhe kommt.

Auch beim Reiter sollte der Typ genommen werden, mit dem sich der Leser am ehesten identifiziert und mehrere Monate später sollte der Test wiederholt werden. Kann sich der Charakter des Reiters nochmals ändern oder festigen?

Durch feinere Einwirkung und gezieltes Training können sich Probleme lösen und Schwerpunkte verschieben. Da Reiten ein beständiger Dialog zwischen Pferd und Reiter ist, sind hier Veränderungen in alle Richtungen möglich. Der Reiter kann beispielsweise feinfühliger, geduldiger oder präziser in seiner Einwirkung werden.

Dehnungsübungen lockern den Reiter und verbessern die Hilfengebung.

Wie oft in der Woche sollten die Übungen geritten werden?

Dafür gebe ich keine pauschale Empfehlung ab. Manchen Pferd-Reiter-Paaren tut viel Abwechslung zwischen Gelände, Bodenarbeit und Dressurreiten gut, andere brauchen die kontinuierliche Arbeit auf bestimmte Ziele hin. Zudem ist der Alltag vieler Reiter mit Beruf, Familie und Hobby so vollgepackt, dass zusätzlicher Druck in Form fester Wochenpläne aus meiner Sicht nicht sinnvoll ist. Dranbleiben ist alles, in welcher Intensität, muss jeder für sich herausfinden.

Mal was anderes wagen: Galopp ohne Zügel

In welchem Zeitraum ist eine Harmonieverbesserung zu spüren?

Auch das kann man nicht pauschal sagen. Oft schon innerhalb einer einzigen Trainingseinheit, bei anderen Übungen dagegen erst nach Wochen oder Monaten.

Kann man auch Übungen aus Ihrem Buch reiten, die auf andere Pferde- und Reitercharaktere zutreffen? Oder würde dies die Harmonie stören?

Ja, natürlich kann und soll man alle Übungen reiten, die einen ansprechen. Eine Typologie kann nie jedes einzelne Pferd-Reiter-Paar in allen Facetten erfassen, sondern nur Empfehlungen geben.

Abwechslung bringt Spaß für Pferde und Reiter.

Gibt es Übungen an denen man den Erfolg des Trainings messen kann?

Innerhalb der einzelnen Übungen besteht die Erfolgskontrolle darin, ob und wie gut die Abläufe klappen. Zusätzliche Elemente zur Erfolgskontrolle wird es im nächsten Band der Buchreihe mit Schwerpunkt Sitz und Einwirkung geben.

Muss man als Pferd-Reiterpaar ein bestimmtes Niveau haben, um die Übungen im Buch reiten zu können?

Viele Übungen, die das Gefühl und die Einwirkung verbessern, eignen sich für jeden Reiter. Andere sind so anspruchsvoll, dass sie nur zu fortgeschrittenen Paaren passen. Diese schwierigeren Lektionen sind aber auch Anreiz für diejenigen, die noch nicht so weit sind.

Manche Übungen wie der Außengalopp eignen sich nur für weit fortgeschrittene Pferd-Reiter-Paare.

Ich selbst habe das Buch gelesen und finde es eine tolle Idee erst mal den Pferde- und Reitertyp zu defnieren, um das Training optimal gestalten zu können.

Ein zusätzlich toller Pluspunkt des Buches ist, dass ihr die Übungen per QR-Code oder Link auf euer Handy als Audiodatei laden könnt. Während des Reitens könnt ihr euch dann noch mal die Übung anhören. 50 Audiodateien zum Nachreiten warten auf euch.

Übungen können per QR-Code oder Link auf das Handy als Audiodatei geladen werden.

Ihr wollt das Buch lesen? Schaut mal in den Loesdau Onlineshop, dort könnt ihr das Buch ganz bequem bestellen.

Constanze

Jeden Tag verbringe ich viel Zeit mit meinen Pferden. Schön ist, dass ich bei Loesdau diese Erfahrungen und dieses Wissen täglich einbringen, aber auch erweitern kann. Bei der Erstellung der Newsletter und der Betreuung unserer Social Media Plattformen ist dieses Fachwissen oft gefragt.

Über Constanze

Erfahrung/Motivation: Schon von Kind an verfolgen meine Zwillingsschwester und ich unser gemeinsames Hobby: Pferde. Als Kinder nahmen wir regelmäßigen Reitunterricht und haben uns immer wieder eigene Pferde gewünscht. Nun begleiten uns Jeany und Janet schon seit über 10 Jahren durch das Leben. Jeany ist eine Welsh-A Stute und die Tochter von Janet. Janet ist eine große Shetland-Pony-Mix Stute. Beide werden von uns auf dem Platz dressurmäßig geritten. Als Abwechslung machen wir auch viel Bodenarbeit. Zum Ausgleich gehen wir gerne mit Freunden ins Gelände. Mit Coreano Salvatella haben wir uns erst kürzlich den großen Wunsch nach einem reinrassigen Pura Raza Española in der Traumfarbe Rappe erfüllt. Er ist aus einem großen Gestüt direkt aus Spanien und hat einen sehr bekannten Vater, Corinto X aus der Guardiola Linie. Er ist dreijährig und lernt erst noch das „Pferde-ABC“. Longieren und Bodenarbeit klappen schon sehr gut. Hier zeigt er schon jetzt seinen rassetypischen anständigen und gelehrigen Charakter. Vierjährig wird er dann von uns dressurmäßig ausgebildet. Wir freuen uns schon sehr auf die gemeinsame Zukunft!

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