Der Führzügelwettbewerb

Mit meinem Pferd Asterix und zwei kleinen Mädchen war ich vor kurzem auf einem Führzügelwettbewerb. Es war sowohl für Pferd als auch für Reiter der erste Führzügelwettbewerb, weshalb wir alle sehr aufgeregt waren.

Führzügelwettbewerb: Turnierluft schnuppern

Ein Führzügelwettbewerb ist die ideale Gelegenheit für Kinder, das erste Mal Turnierluft zu schnuppern. Die Kinder müssen zeigen, dass sie im Schritt und Trab korrekt sitzen können und auch das Leichttraben beherrschen. Da dieser Wettbewerb für Kinder bis zu zehn Jahren veranstaltet wird und sich daher an die jüngsten Reiter richtet, sind hier die Richtlinien noch nicht ganz so streng wie bei richtigen Prüfungen. Die notwendigen Impfungen braucht das Pferd jedoch trotzdem. Während der Prüfung sind die Kinder durch einen Pferdeführer gesichert, welcher das Pferd am Strick hält und notfalls eingreifen kann. Die Kinder sollen jedoch zeigen, dass sie schon unabhängig von ihrem Pferdeführer reiten können.

Turnierluft schnuppern können Kinder bei einem Führzügelwettbewerb.

Sicherheit geht vor!

Das wichtigste beim Führzügelwettbewerb ist die korrekte Kleidung. Auch für die Kleinsten gibt es bereits Turnierjacketts und weiße Reithosen. Richter sehen es gerne, wenn Kind und Führperson im Partnerlook gekleidet sind und das Pferd oder Pony hübsch herausgeputzt wurde. Noch wichtiger ist es ihnen allerdings, dass die Kinder korrekte und sichere Reitkleidung anhaben. Hierzu gehören neben einem gutsitzenden Helm auch passende Reitschuhe mit kleinem Absatz und Handschuhe. Reithosen mit Besatz geben dem Kind zusätzlichen Halt. Auch Sicherheitsweste oder Rückenprotektor sind beim Führzügelwettbewerb wie auch sonst im normalen Reitunterricht zu empfehlen.

Die Sicherheit der Kinder steht bei Führzügelwettbewerben im Vordrgrund. Korrekte Reit- oder Turnierkleidung und ein Helm müssen sein. Rückenprotektoren oder Schutzwesten sind empfehlenswert.

So sitzt der Helm richtig

Ein Helm sollte den korrekten Kopfumfang haben und darf etwas enger anliegen, leichte Abdrücke an der Stirn sind in Ordnung. Hier bietet sich für Kinder vor allem ein größenverstellbarer Helm an, welcher die ersten Jahre mitwächst. Dieser sollte jedoch nach jedem Sturz oder spätestens nach fünf Jahren ausgetauscht werden. Nur so behält er seine Schutzfunktion. Drei- oder Vierpunktgurtungen sind heute Standard. Der Kinnriemen darf nicht zu locker sitzen, da er sonst ein Verrutschen des Helms nicht verhindern kann und ein zusätzliches Risiko darstellt. Falls ihr euch unsicher seid, lasst euch von unseren Experten in den Loesdau Pferdesporthäusern beraten. Beim Auswählen und Anpassen der Helme hilft euch unser Loesdau Team gerne.

Sicherheitswesten, aber sicher!

Sicherheitswesten sollten eng am Körper anliegen und das Kind in der Bewegung möglichst nicht einschränken. Sie dürfen nicht so lang sein, dass sie am Hinterzwiesel des Sattels anstoßen. Deshalb sollten sie zur Anprobe am besten direkt in einem Sattel probegesessen werden. Für ein Kind ist es einfacher, auf einem Pony zu starten. Schon allein, weil es von den Proportionen her besser zu einem Kind passt. Dies war uns leider nicht möglich. Asterix ist 1,65 m hoch und trägt einen 18“ Sattel. Das ist für ein Kind zu groß. Um es Sarah und Leonie einfacher zu machen, habe ich am Sattel spezielle Kindersteigbügel befestigt. Diese sind schmaler und drehen sich nicht so schnell vom Fuß, wie es normale Steigbügel bei Kindern gerne tun, wenn die Beine noch nicht weit über das Sattelblatt hinausragen. So konnten die beiden trotz des zu großen Sattels gut zu sitzen.

Pferd an Longe
An der Longe wurde der korrekte Sitz trainiert.

Vom Halteriemen zur ersten Hufschlagfigur

Zum Üben befestigte ich zunächst einen Halteriemen am Sattel, damit sich die Kinder am Anfang noch festhalten konnten und sie an die Longe genommen. Nachdem sie sich gut in die Bewegungen des Pferdes eingefühlt hatten, entfernte ich den Riemen wieder. So lernten die Mädchen, handunabhängig zu sitzen. Als sie schließlich sowohl im Schritt als auch im Trab und beim Leichttraben ihr Gleichgewicht gefunden hatten, durften sie die Zügel aufnehmen. Recht schnell konnte ich sie dann von der Longe lassen. Selbstständig ritten sie ihre ersten Hufschlagfiguren im Schritt und Trab durch die Bahn. Damit sich die beiden nicht an ein Pferd gewöhnten, durften sie verschiedene Pferde reiten. Der Pferdewechsel gab ihnen Sicherheit. Dies empfand ich als die beste Vorbereitung für den Führzügelwettbewerb.

Erfolgreich auf dem ersten Führzügelwettbewerb

Beim Turnier selbst beobachteten wir im Führzügelwettbewerb dann verschiedene Leistungsniveaus. Von Kindern, die schon perfekt auf dem Pferd saßen bis hin zu Kindern, die den Takt beim Leichttraben noch nicht finden konnten. Als Kleidung wählte Sarah Turnierkleidung. Leonie war in sauberen, normalen Reithosen und Chaps dabei. Sarah war überglücklich über ihren dritten Platz. Leonie erreichte den vierten Platz. Die Mamas der beiden und ich waren sehr stolz – sowohl auf Sarah und Leonie als auch auf Asterix, der die ganze Sache brav und sehr gelassen mitmachte.

 

 

Thea

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Ich habe das große Glück, seit 2015 bei Loesdau ein duales Studium zum Bachelor of Arts - Onlinemedien absolvieren zu dürfen. In der Abteilung E-Commerce bin ich in diverse Projektarbeiten involviert, übernehme kleinere Arbeiten im Online-Shop und dem Blog und lerne täglich dazu.
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Über Thea

Erfahrung / Motivation: Schon als Kind hatte ich nichts anderes als Pferde im Kopf. Trotzdem musste ich einige Jahre betteln, bis meine Eltern mir die ersten Reitstunden erlaubten. Ab diesem Zeitpunkt war es restlos um mich geschehen. So oft ich konnte verbrachte ich meine Zeit im Stall. Während andere am Wochenende ausschliefen, fuhr ich schon am frühen Morgen mit dem Bus durch die Gegend, um rechtzeitig zur Springstunde zu kommen. So wunderte es keinen, dass ich später eine Lehre zur Pferdewirtin machte. Mit 19 erfüllte ich mir meinen größten Traum und kaufte meine damalige Reitbeteiligung. Asterix ist ein rheinisch-deutsches Kaltblut und war zu diesem Zeitpunkt 12 Jahre alt. Er hatte noch keinerlei dressurmäßige Ausbildung genossen und ich bildete ihn selbstständig aus. Gehörten früher intensive Dressurarbeit, Ausritte, kleinere Sprünge und viel Bodenarbeit zu den Dingen, die Asterix und ich gerne gemacht haben, so stehen heute altersbedingt eher gemütliche Ausritte, Bodenarbeit und lockere Übungen auf dem Platz auf dem Programm, denn: wer rastet, rostet!

2 Kommentare zu “Der Führzügelwettbewerb

  1. SE

    Super Beitrag! Ich freue mich schon darauf mit meinem Sohn auf einem Führzügelwettbewerb mitzumachen, wenn er alt genug dafür ist. Es geht ja nicht ums gewinnen, sondern um dabei sein und um den besonderen Tag! *Daumen hoch*

    PS: Und ihr habt toll ausgesehen!

    • Liebe Senta,

      vielen Dank für deine Nachricht. Freut uns natürlich sehr, wenn dir der Beitrag gefallen hat.

      Liebe Grüße von deinem
      Loesdau Blog Team

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