Reiterreise im Süden Marokkos

Eine Galoppade an einem endlosen Strand entlang muss kein Traum bleiben – auch nicht Mitten im November. Bevor du den Winterblues bekommst, nehmen wir dich mit auf eine Reiterreise nach Marokko, wo du das ganze Jahr Sonne tanken kannst. Reitunterricht, flotte, lange oder kurze und gemütliche Ausritte, ein Mini-Trail und spritzige Strandritte – das alles unternahm auf gut trainierten, gepflegten Araber- und Berberpferden im Süden Marokkos Jessica Kiefer. Sie arbeitet bei unserem Kooperationspartner Pegasus Reiterreisen, der diese Reise im Programm hat und machte sich auf ins Land der Berber, um dir ihre Eindrücke zu schildern. Viel Spaß beim Lesen!

„Nach einem Tag in Marrakesch fahren meine Freundin und ich mit dem Bus durch den malerischen Hohen Atlas nach Agadir. Von hier geht es mit dem Taxi zum Reiterhof am Meer. Die Zimmer sind charmant im marokkanischen Stil eingerichtet und viele gemütliche Terrassen bieten einen schönen Blick auf den Innenhof mit Reitplatz und den Pferdeboxen.

Die ersten Tage unternehmen wir Ausritte vom Hof aus. Diese führen durch sandige Ebenen, kleine Dörfer, in die Berge und am Strand entlang.

Am nächsten Morgen treffen wir die anderen Gäste, zwei Deutsche und ein Franzose. Die ersten Tage unternehmen wir Ausritte vom Hof aus. Diese führen durch sandige Ebenen, kleine Dörfer, in die Berge und am Strand entlang. Südlich der Ranch ist die Küste steil mit bunten Felslandschaften und schmalen Trampelpfaden. Im Norden befinden sich herrliche Sandstrände mit mächtigen Dünen. Bei Ebbe kann man hier an den endlosen Stränden herrlich galoppieren. Im nassen Sand werden die Reiter von ihrem Spiegelbild zur einen und dem Schatten zur anderen Seite begleitet – ein magischer Anblick! Überall liegen leere Meeresschneckenhäuschen herum und zahlreiche Möwen bevölkern die Küste. Die marokkanischen Strände sind ein Reitertraum – ohne Verbote und ohne Badegäste, denn der Atlantik schlägt heftige Wellen.

Schließlich starten wir zum Drei-Tages-Ritt. Zunächst geht es an den Klippen entlang Richtung Süden. Ein idyllisches grünes Tal führt ins Hinterland, durch Dörfer und vorbei an Gärten und Kakteen. Einige Frauen sind mit ihren Eseln auf den Feldern unterwegs und ernten Grünfutter. Neben Eseln werden Schafe und Ziegen gehalten. Pferde sind kaum vorhanden, da Esel viel genügsamer und praktischer sind. Die Leute freuen sich aber unsere Pferde zu sehen und wir werden stets freundlich gegrüßt.

Gleich geht’s los: Bei Ebbe kann man hier an den endlosen Stränden herrlich galoppieren.

Nach einem herrlichen Ritt durch rote Berge voller Kakteen, Arganbäumen und niedrigen Sträuchern erreichen wir unser Zeltcamp, das bereits von unserem fröhlichen Koch und Fahrer aufgebaut wurde. Nach dem leckeren Abendessen sammeln wir Holz für ein Lagerfeuer. Der Vollmond erhellt den sternenklaren Himmel über den Kakteen und Arganbäumen.

Am nächsten Tag führt uns unsere Reiterreise in eine weite Ebene. Wir reiten durch Dörfer, Äcker und idyllische Gärten. Ziel ist ein Dorf auf einem kargen Hügel. Die Pferde übernachten am Dorfplatz bei der Moschee und wir sind bei einer Berberfamilie eingeladen. Es ist spannend eines der Häuser von innen zu sehen. Hinter der verschnörkelten Tür geht es in einen breiten, langen Gang, von dem mehrere Türen abgehen. Eine davon führt in einen kleinen Innenhof. Hier bäckt die Großmutter gerade traditionelles Fladenbrot im Holzofen. Auch der Esel der Familie lebt hier. Vom Innenhof geht es in den Schaf- und Ziegenstall. Für uns wurden zwei Zimmer neben dem großen Wohnzimmer hergerichtet. Die Zimmer sind groß, aber etwas dunkel. Durch die kleinen Fenster bleibt es im Sommer angenehm kühl. Ein Teil des Hauses ist im Rohbau – ein typischer Anblick. Man baut einfach weiter, wenn wieder Geld vorhanden ist. Oft sind bei den Rohbauten schon prunkvolle Türen und riesige Klingeln eingebaut.

Unser Berberbrot essen wir mit Erdnussmus, Honig usw. Draußen sind inzwischen alle Kinder des Ortes zusammengekommen um die Pferde und die europäischen Gäste zu begutachten. Fröhlich fahren sie mit ihren Rädern über den Dorfplatz. Vor den Türen sitzen einige Frauen zusammen, während die Männer in der Moschee sind. Später erwartet uns ein riesiges Festmahl mit Couscous und Tajiine. Die Frau des Hauses muss stundenlang gekocht haben. Bewirtet werden wir von den Männern. Der 8-jährige Junge sitzt noch lange bei uns, obwohl wir keine gemeinsame Sprache sprechen.

Auf unserer Reiterreise kommen wir auch durch einige Dörfer, in denen wir herzlich begrüßt werden. Die Leute freuen sich über unsere Pferde, da sie hier ein viel seltenerer Anblick sind als ihre genügsameren Esel.

Am nächsten Morgen ertönt um 7 Uhr der Muezzin. Wir verabschieden uns und reiten über einen breiten Sandweg im flotten Tempo dem Meer entgegen. Es ist Ebbe, ein endloser Sandstrand liegt vor uns, ideal für einen richtig langen Galopp. Schön in der Reihe und mit Abstand kann man diesen mit den munteren Arabern gut genießen. Unser Mittagessen wartet oberhalb des Strandes. Die Pferde wälzen sich im Sand und die Männer baden im Meer. Uns Frauen sind die Wellen zu heftig, sodass wir eine Siesta in den Dünen vorziehen. Bis zum Hof reiten wir weiter am Strand entlang. Zwischendrin liegen große pinkfarbene Felsbrocken, Möwen fliegen auf, Fischer suchen nach Muscheln und Tintenfischen. Zum Abschluss geht es über eine riesige Sanddüne, die zu beiden Seiten steil abfällt. Nun ist unser Trail leider zu Ende und wir entlassen die Pferde in den verdienten Feierabend. Die Reiterferien und der Minitrail machen Lust auf mehr. Für sportliche Reiter gibt es verschiedene Distanzprogramme und längere Trails. Es war bereits meine dritte Marokkoreise und es gibt immer noch viel zu sehen in dem vielfältigen Land.“

Link zum Programm: www.reiterreisen.com/mmesta.htm

Christine

Meine Leidenschaften Schreiben und Pferde bekomme ich bei Loesdau perfekt unter einen Hut. Seit November 2011 sind Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, interne und externe Kommunikation sowie die Sozialen Medien meine beruflichen „Spielfelder“.
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Über Christine

Erfahrung/Motivation: Nach einer sehr langen Reitpause begann ich im April 2012 wieder zu reiten. Eine schöne Schwarzwälder Fuchs Stute namens Jeany freute sich genauso wie ich über unsere langen und erholsamen Ausritte durch den Wald. Das Besondere an unserer Verbindung ist und bleibt, dass Jeany es schaffte, mich sehr schnell wieder komplett für Pferde zu begeistern. Zwar gelingt es mir momentan aus beruflichen und familiären Gründen nur ein bis zweimal in der Woche bei den Vierbeinern, die mir so viel geben, zu sein, den Stall zu machen und zu reiten. Aber diese Auszeiten müssen sein! Jeanys Stallgenossen sind wunderschöne Tersker, von denen ich momentan Nadja reiten darf. Wir sind ein relativ neues Team und gewöhnen uns noch im Dressurviereck und im Gelände aneinander – allerdings mit allerbesten Fortschritten!

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