Gefährlich: Giftpflanzen fürs Pferd

Der absolute Horror: Giftpflanzen fürs Pferd wachsen auf der Weide, bleiben unerkannt, versteckt im Heu oder werden schnell verspeist während eines Ausritts. Die Folgen können schrecklich sein. Zwar ist immer mal wieder der Satz zu hören: „Die Pferde wissen selbst, was gut für sie ist.“ Für Wildpferde mag diese Aussage zutreffen. Bei domestizierten Reitpferden können wir uns leider auf diesen Instinkt nicht mehr verlassen. Hinzu kommt, dass Pferde von Haus aus neugierig sind und alles gerne anknabbern. Umso mehr ist unser Wissen als Halter gefragt.

Giftpflanzen in Gärten, am Wegesrand oder auf der Weide

Unsere Kooperationspartnerin vom Pony-Führerschein®, Marion Ogriseck, schildert ein Erlebnis, das sicherlich kein Einzelfall ist und jeder von uns so oder so ähnlich schon einmal erlebt hat. Es zeigt jedoch einmal mehr, wie wichtig das Wissen über Giftpflanzen fürs Pferd ist. Sie erzählt: „Einige meiner Reitschülerinnen planten mit mir einen gemeinsamen Ausritt. Sie verbanden den Ausflug mit einem Besuch bei sich zu Hause und mit einem Picknick in ihrem Garten. Alles war vorbereitet: Neben Kuchen für uns, wartete ein abgesicherter Garten für die Pferde. Viel Grünfläche war vorhanden, allerdings auch viele Pflanzen und Blumen, die für die Ponys total interessant – und leider auch giftig – waren. Glücklicherweise erkannten wir die Situation sofort richtig und behielten unsere lieben Vierbeiner besser am Strick und in unserer Nähe.

Giftige Pflanzen für Pferde

Zum Vergrößern, bitte anklicken. Ein Überblick über einige der giftigsten Pflanzen für Pferde.

Unter anderem wuchsen dort Herbstzeitlose. Diese häufig auf Wiesen und an Wegen vorkommende Pflanze ist in Bezug auf ihre Giftigkeit nicht zu unterschätzen. Bei der Herbstzeitlose handelt es sich um eine Pflanze, die feuchte Weiden und Wiesen als Standort bevorzugt. Wie auch beim Jakobskreuzkraut, ist die Herbstzeitlose selbst noch im trockenen Zustand (Samen) giftig. Die Pflanze enthält das hochgiftige Alkaloid Colchicin, das erst nach einigen Stunden Vergiftungserscheinungen hervorruft, die allerdings tödlich sein können. Vorsicht: Das Kraut der Pflanze ist leicht mit Bärlauch zu verwechseln.

Auch die Eibe war dort im Garten zu finden. Sie gehört jedoch zu den giftigsten Pflanzen überhaupt. Selbst in kleinsten Mengen ist sie hochgiftig. Häufig wächst sie an Waldrändern, Waldwegen und ist eben auch oft als Gartenhecke zu finden. Bei Pferden, die Blätter, Beeren oder kleinere Zweige gefressen haben, kann der Tod bereits nach fünf Minuten eintreten. Das Pferd verstirbt letztendlich an Herzversagen. Vorsicht: Eiben stehen leider auch häufig auf der anderen Seite von Weidezäunen und an Waldwegen.

Buchsbäume, die auch sehr oft als Zier- und Begrenzungspflanzen in Gärten zu finden sind, sind für Pferde ebenfalls giftig.

Bei unserem Ausritt fanden wir zudem am Wegesrand den giftigen Sumpfschachtelhalm. Er ähnelt dem Ackerschachtelhalm, der für Mensch und Tier sogar gesund sein kann. Daher ist hier also extreme Vorsicht geboten.

Noch gefährlicher ist das Jakobskreuzkraut. Es wächst auf Wiesen und am Wegesrand. Besonders schlimm ist es im Heu. In getrockneter Form und zwischen dem Gras ist es nicht mehr gut im Heu zu erkennen. Frisst ein Pferd zu viel davon, kann es einen Leberschaden bekommen oder auch daran sterben!

Marion Ogriseck und ihre Ponyführerschein-Kinder: „Wir sollten alle schon früh dafür sensibilisiert werden, welche Pflanzen für Pferde giftig sind.“ Denn Pferde reagieren wesentlich empfindlicher bereits auf kleinste Mengen an Giftstoffen als andere Tiere. 

Weitere Giftpflanzen fürs Pferd

Außerdem sind für Pferde diese Pflanzen besonders gefährlich. Schon eine geringe Dosis kann hochgiftig für Pferde sein:

  • Adlerfarn – ist häufig an Waldrändern und belichteten Wäldern zu finden
  • Bergahorn – wächst meist in höhergelegenen Wäldern und Almen
  • Feldahorn – ist im Tiefland und in Wäldern und Hecken beheimatet.
  • blauer Eisenhut – er gilt als die giftigste Pflanze in Mitteleuropa
  • Fingerhut – der rote Fingerhut gehört zu den Wegerichgewächsen und wächst verbreitet in lichten Wäldern und Gebirgslagen oder auch als Zierpflanze in Gärten und Parkanlagen
  • Gefleckter Schierlinger – wächst auf Brachland, an Wegen, auf Äckern und auch in Gärten. 

Vorsicht ist geboten trotzt natürlichem Instinkt

Meist enthalten Giftpflanzen sogenannte Bitterstoffe. Pferde mögen sie in der Regel daher aus eigenem Instinkt nicht und machen einen großen Bogen um diese Pflanzen. Im großen und ganzen entscheidet also der Geschmack darüber, ob die Pfede die Giftpflanzen fressen oder nicht. Aber auf diesen natürlichen Instinkt bei Pferden solltest du dich lieber nicht verlassen. Häufig verlieren nämlich einige Giftpflanzen den bitteren Geschmack, sobald sie getrocknet sind bzw. entwickeln diesen erst, wenn sie „ausgewachsen“ sind. Schon ein abgeknickter Teil der Giftpflanze kann allerdings schnell zur Gefahr für Pferde werden.

Auch getrocknet noch gefährlich

Zwar nimmt die Toxizität vieler Pflanzen nach der Trocknung ab. Gefährlich bleiben die Giftpflanzen fürs Pferd trotzdem.

Auch im Heu und Stroh können sich getrocknete Giftpflanzen befinden.

Hierdurch sind bereits sehr geringe Konzentrationen ausreichend, um erste Vergiftungsanzeichen hervorzurufen.

Deshalb vermittle ich den Reitschülern mehr Wissen, natürlich auch über Giftpflanzen, spielerisch und ohne Leistungsdruck. Das ist die Philosophie des Pony-Führerscheins®. Umgesetzt wird es deutschlandweit von Reitbetrieben, Vereinen, Ferienhöfen sowie Therapeuten. Es sind bereits 100 Betriebe, die das Konzept umsetzen, sogar in Österreich! Du willst mehr darüber wissen? Dann schau doch einfach mal hier. www.pony-führerschein.de.

Christine

Über Christine

Erfahrung/Motivation: Nach einer sehr langen Reitpause begann ich im April 2012 wieder zu reiten. Eine schöne Schwarzwälder Fuchs Stute namens Jeany freute sich genauso wie ich über unsere langen und erholsamen Ausritte durch den Wald. Das Besondere an unserer Verbindung ist und bleibt, dass Jeany es schaffte, mich sehr schnell wieder komplett für Pferde zu begeistern. Zwar gelingt es mir momentan aus beruflichen und familiären Gründen nur ein bis zweimal in der Woche bei den Vierbeinern, die mir so viel geben, zu sein, den Stall zu machen und zu reiten. Aber diese Auszeiten müssen sein! Jeanys Stallgenossen sind wunderschöne Tersker, von denen ich momentan Nadja reiten darf. Wir sind ein relativ neues Team und gewöhnen uns noch im Dressurviereck und im Gelände aneinander – allerdings mit allerbesten Fortschritten!

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