Der stübben Equi-Soft Sattelgurt im Test

Der Werbeslogan des neuen stübben Equi-Soft Sattelgurt lautet: „Mehr als ein Gurt – ein Erlebnis“ – aber kann das wirklich sein? Kann ein Sattelgurt so enorme Auswirkungen auf mein Pferd haben? Natürlich, der Gurt muss passen und darf an keiner Stelle scheuern oder drücken. Aber wenn wir zum Beispiel zwei sehr gut passende und hochwertige Lammfellgurte vergleichen, wird dann der Stübben Equi-Soft wirklich eine Veränderung meines Reitgefühls erzielen? Ich war skeptisch und das auch nicht zuletzt wegen des stolzen Preises!

Hält der stübben Equi-Soft Sattelgurt, was er verspricht? Ich war neugierig!

Kleiner Spoiler: Ich bin begeistert von dem Gurt und würde ihn jederzeit weiter empfehlen. Ihr wollt wissen warum, dann lest meinen Testbericht.

Ich hatte bisher immer einen hochwertigen anatomisch geformten Lammfellgurt und Fritzi hatte beim Satteln auch nie Probleme, solange der Gurt zu Beginn nicht zu stark angezogen wurde. Trotzdem war ich fasziniert von dem Konzept des Equi-Soft Gurts. Der Hersteller verspricht eine perfekte Gurt-Druck-Verteilung, die besonders angenehm für das Pferd sein soll. Also wollte ich mich selbst überzeugen und nahm den Gurt zum Testen mit.

Durch die elastischen Bänder soll dem Pferd ein unbeschwertes Ausdehnen des Brustkorbs ermöglicht werden. Die Bänder weiten und engen sich beim Aus- bzw. Einatmen, wobei der Druck konstant und gleichmäßig verteilt wird.

Das exklusive System aus elastischen Bändern bietet eine perfekte Gurt-Druck-Verteilung.

Das macht das Gurten allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, da ich den Sattelgurt nicht „festziehen“ kann und auch nicht sollte. Er muss auch mittig auf dem Brustbein liegen, sonst kann der positive Effekt verloren gehen. Es dauerte einige Male, bis ich die passende Einstellung für uns gefunden hatte. Jetzt merke ich mir einfach die Löcher, sodass der Gurt immer gleichmäßig angegurtet ist.

Der Gurt muss mittig liegen und rechts und links gleichmäßig nachgegurtet werden.

Beim Satteln reagiert Fritzi nun gar nicht mehr. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Pferde mit Gurtzwang oder anderen Stresssymptomen beim Satteln diesen Sattelgurt viel besser annehmen.

Das Polster des stübben Equi-Soft Sattelgurt kann aus Lammfell, Leder oder Neopren gewählt werden.

Ich habe mich für ein Lammfellpolster entschieden, da ich bisher mit Lammfell immer super gefahren bin und das Gefühl habe, dass es für Fritzi genau das richtige ist. Außerdem habe ich so eher einen Vergleich zu meinem vorherigen Gurt. Man könnte aber auch jederzeit auf ein Leder oder Neopren Polster umsteigen, da die Polster einfach mit einem Klettverschluss zu tauschen sind. Wichtig beim Anbringen des Polsters: Du musst durch die Löcher durchsehen können. Dann ist das Polster an der richtigen Stelle angebracht.

Scheint Licht durch die Löcher, sitzt das Polster an der richtigen Stelle

Und beim Reiten?! Als ich den Gurt das erste Mal im Einsatz hatte, war ich sehr überrascht. Alles fühlte sich irgendwie so locker an. Nicht so, als würde mein Sattel rutschen, eher so, als würde Fritzi den Rücken direkt besser hergeben. Er zog mehr nach vorne und schnaubte sogar in anstrengenden Phasen ab. Ich fühlte richtig, dass er auch während Lektionen zum Durchatmen kommt. Von Mal zu Mal hatte ich zudem das Gefühl, dass mein Sattel tiefer und besser liegen bleibt und Fritzi sich insgesamt freier bewegt.

stübben: „Eine wissenschaftliche Studie verschiedenster Gurte belegt: Alle Pferde behielten bei der Verwendung eines stübben Equi-Soft-Gurtes eine deutlich niedrigere Herzfrequenz – ausnahmslos.“

Ein weiterer Aspekt, der mir aufgefallen ist, wird durch diese Aussage bestätigt. Nach dem Reiten kommt Fritzi mit der Atemfrequenz viel schneller runter – er „pumpt“ nicht mehr wirklich nach dem Reiten, auch wenn es anstrengend war. Ich bin ziemlich überrascht von diesem Effekt und will diesen Gurt nicht mehr missen.

Fazit: Es lohnt sich wirklich, sich auch mal an Dinge heranzutasten, die man sonst nicht hinterfragt hätte. Ich wurde absolut positiv überrascht und werde den Gurt definitiv weiterhin nutzen. Für Pferde, die sensibel auf das Satteln oder Nachgurten reagieren, würde ich diesen Gurt definitiv empfehlen. Auch wenn ich bei meinem Pferd die positiven Auswirkungen auf das Satteln nur minimal erkennen konnte, bin ich mir sicher, dass mit Hilfe des Gurtes eine Verbesserung erzielt werden kann. Umso größer war allerdings die positive Auswirkung auf mein Reitgefühl – einfach super!

 

 

Janina

Über Janina

Das Pferdefieber packte mich bereits als Kind und hat mich bis heute nicht losgelassen. 2009 startete ich auf den ersten Dressurturnieren und vor sechs Jahren zog das langersehnte erste eigene Pferd ein. Der damals dreijährige Wallach Flash Dancer alias Fritzi stellte mich vor einige Herausforderungen. Aber durch die unterschiedlichen Aufgaben, die die Ausbildung eines jungen Pferdes mit sich bringt, sind wir inzwischen zu einem super Team zusammengewachsen. Wir genießen neben der Arbeit im Viereck, das großzügige Ausreitgelände und machen auch mal den ein oder anderen Sprung.

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