Vier Übungen: Bodenarbeit mit @my_starwave

Bodenarbeit ist weit mehr als Beschäftigung. Korrekt aufgebaut und umgesetzt, mobilisiert sie den Pferdekörper, verbessert Balance und Koordination und fördert ein aktives Untertreten der Hinterhand. So gewinnt dein Pferd an Kraft und wird geschmeidiger. Gleichzeitig wird jedes Anhalten, Antreten und Wenden zum Gespräch zwischen dir und deinem Pferd. Je klarer eure Körpersprache ist, desto feiner kann euer Pferd antworten.

Dabei entsteht Abwechslung nicht durch immer neue Aufgaben, sondern auch durch kluge Variationen. Verändere Abstände, Linien, Tempo oder deine Führposition – aber gib deinem Pferd immer genug Zeit zum Nachdenken. Trainiere lieber zehn Minuten konzentriert als eine lange Einheit. Viele Pausen und ausgiebiges Lob erhalten Motivation und Lernfreude. So bleibt dein Pferd aufmerksam und kann neue Übungen entspannt verarbeiten. Mit Geduld und kleinen Fortschritten entwickelt sich das Training Schritt für Schritt weiter. Loesdau Creatorin @my_starwave stellt dir vier Übungen vor.

Vier Übungen für euren Start in der Bodenarbeit

Die folgenden vier einfachen Bodenarbeitsübungen von Michelle alisas @_mystarwave zeigen, wie vielseitig das Training mit Hindernisstangen, Cavaletti, Pylonen und einem Gymnastikball sein kann. Sie fördern Orientierung, Koordination, Wendigkeit und Mut und lassen sich individuell an den Trainingsstand deines Pferdes anpassen. So entstehen abwechslungsreiche Trainingseinheiten, die Vertrauen stärken und für tolle Abwechslung und neue Motivation im Alltag sorgen.

  1. Kleeblatt – Orientierung
Das Kleeblatt - einfacher Aufbau, viele Varianten.
Das Kleeblatt – einfacher Aufbau, viele Varianten.

Das Kleeblatt schult Biegung und Schulterkontrolle. Lege dafür vier Hindernisstangen so auf den Boden, dass ein Kreuz und darum vier „Blätter“ entstehen.

So geht’s:

  1. Führe dein Pferd zwischen zwei Stangen in die Mitte des Kleeblatts.
  2. Wendet dort ab und folgt der gebogenen Linie um eines der Blätter.
  3. Kehrt anschließend wieder in die Mitte zurück.
  4. Erarbeitet auf diese Weise nach und nach alle vier Blätter und wechselt dabei regelmäßig die Richtung.

Durch die unterschiedlichen Linien kannst du die Aufgabe immer wieder variieren. Achtet dabei auf eine klare Körpersprache und darauf, dass dein Pferd euch aufmerksam folgt.

Für den Aufbau eignen sich die leichten Hindernisstangen von Loesdau Mit mehreren farbigen Stangen lassen sich die Linien des Kleeblatts gut sichtbar gestalten.

  1. Cavaletti – Geschicklichkeit
Cavaletti-Arbeit fördert Koordination und Kraft. Achtung: Achtet auf passende Abstände für Euer Pferd!
Cavaletti-Arbeit fördert Koordination und Kraft. Achtung: Achtet auf passende Abstände für Euer Pferd!

Die Arbeit über Cavaletti fördert Koordination, Körpergefühl und ein aktives Abfußen über der Stange. Baue dazu mehrere Stangen mithilfe der Cavaletti Mini Blocks von La Gée auf. Achte unbedingt bei den Cavaletti auf die passenden Abstände. Im Schritt liegt dieser bei einem normalgroßen Warmblut bei 80 bis 90 Zentimetern, bei Ponys eher bei 60 Zentimetern, bei großen Pferden kann dieser auch bei einem Meter liegen. Als Orientierung kannst du den Abstand mit „Gänsefüßen“ abmessen. Nimm dir Zeit für einen sorgfältigen Aufbau und kontrolliere die Abstände auch immer wieder, wenn dein Pferd mal gegen die Stange kommt und diese verschiebt.

So geht’s:

  1. Führe sein Pferd ruhig, aber fleißig und gerade auf die Cavaletti zu. Lass ihm im Strick genügend Spielraum, um die Stangen taxieren zu können.
  2. Überquert die Stangen zunächst in einem gleichmäßigen Tempo.
  3. Wiederholt die Aufgabe von der anderen Seite.
  4. Für Cavaletti-Pros: Variiere später die Abstände oder die Höhe der Stangen passend zum Trainingsstand deines Pferdes.

Gib deinem Pferd genügend Zeit, die Stangen aufmerksam wahrzunehmen und seine Schritte selbstständig zu koordinieren. Schon kleine Veränderungen des Aufbaus sorgen für eine neue Aufgabe.

  1. Slalom – Wendigkeit
Slalom durch Pylone – sieht einfach aus, ist aber eine echte Challenge an Koordination und Konzentration.
Slalom durch Pylone – sieht einfach aus, ist aber eine echte Challenge an Koordination und Konzentration.

Ein Slalom verbessert die Balance und unterstützt die feine Abstimmung zwischen dir und deinem Pferd. Für den Aufbau könnt ihr Pylonen oder die weichen Soft-Trainings-Stangen von Loesdau verwenden.

So geht’s:

  1. Stelle mehrere Markierungen mit ausreichendem Abstand hintereinander auf.
  2. Führe dein Pferd abwechselnd rechts und links daran vorbei.
  3. Achte auf ruhige, gleichmäßige Bögen.
  4. Verändere anschließend die Abstände, das Tempo oder deine Führposition.

Je nach Abstand der Markierungen wird die Aufgabe leichter oder anspruchsvoller – dabei gilt: je enger die Pylonen stehen, desto herausfordernder wird die Aufgabe. So lässt sich der Slalom individuell an dein Pferd anpassen und immer wieder neu gestalten.

  1. Fußball – Mut und Gelassenheit

Der Fußball stärkt Mut und Neugier und fördert einen entspannten Umgang mit ungewohnten Aufgaben. Im Mittelpunkt steht der robuste sonnengelbe Ball Power Play von Maximus. Das Tor kannst du mit Stangen darum herum anordnen.

So geht’s:

  1. Lass dein Pferd den Ball und den Aufbau zunächst in Ruhe betrachten.
  2. Führe es anschließend auf einer großen Linie zum Tor hin.
  3. Verkleinere den Abstand nach und nach, wenn dein Pferd entspannt bleibt.
  4. Ermuntere es schließlich, sich dem Ball zu nähern, ihn zu untersuchen oder vorsichtig zu berühren.

Gib deinem Pferd die Zeit, die es benötigt, und lobe jeden kleinen Fortschritt, also jede Annäherung an den Ball oder gar die Berührung. Bei dieser Übung geht es nicht darum, möglichst schnell ans Ziel zu kommen, sondern gemeinsam Vertrauen und Sicherheit zu entwickeln. Aber wundere dich nicht: Viele Pferde entwickeln sehr großen Spaß am Ball und werden zu echten Dribbelkünstlern.

Gemeinsam wachsen

Schon mit wenigen Trainingsartikeln kannst du deine Bodenarbeit abwechslungsreich und vielseitig gestalten. So verbindest du Gymnastizierung und Geschicklichkeitstraining mit feiner Kommunikation – und ihr wachst bei jeder gemeinsamen Aufgabe ein kleines Stück weiter zusammen. Einen Überblick über unsere vier Übungen zeigen wir dir in diesem Video:

 

 

Mehr Inspiration für Übungen findet ihr in unseren Buchtipps zum Thema Bodenarbeit

„Bodenarbeit“ von Urte Biallas liefert eine kompakte Anleitung für die Bodenarbeit. In sorgfältig aufbereiteten Einzelschritten werden Anfänger zunächst mit Einstiegsübungen, dann mit Lektionen mit steigendem Schwierigkeitsgrad vertraut gemacht.

„Bodenarbeit mit Pferden“ von Sigrid Schöpe. Die Autorin erklärt Bodenarbeit Schritt für Schritt, mit kleinem Schrecktraining zur Nervenstärkung von Pferd und Mensch.

Bodenarbeit mit Stangen und Pylonen von Sigrid Schöpe. Dieser kompakte Fotoratgeber zeigt, wie gute Bodenarbeit gelingt: Vom korrekten Führtraining bis hin zum Geschicklichkeitstraining mit Stangen und Pylonen werden alle Aufgaben Schritt für Schritt erklärt. Mit Bodenarbeits-Übungen der FN-Abzeichen.

Professionelle Ausbildung am Boden von Alfonso Aguilar. Für Alfonso Aguilar ist die Bodenarbeit ein wichtiger Teil in der Pferdeausbildung. Er möchte in diesem Buch alle Pferdebegeisterte ansprechen. Sein Buch zeigt Übungen für jedes Pferdealter. Auch mit Fohlen und Senioren empfiehlt der Mexikaner zu arbeiten. 

Pferde verstehen - Umgang und Bodenarbeit von Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. (FN) Dieses Grundlagenwerk dient der Pferdeerziehung vom Boden aus und gibt dem Menschen umfangreiches Wissen und praktische Tipps an die Hand. In diesem Lehrbuch wird der Spagat zwischen Wissenschaft und Praxis, zwischen Verstehen und Handeln für jedermann verständlich und nachvollziehbar dargestellt.

 

 

 

 

Christine

Über Christine

Erfahrung/Motivation: Nach einer sehr langen Reitpause begann ich im April 2012 wieder zu reiten. Eine schöne Schwarzwälder Fuchs Stute namens Jeany freute sich genauso wie ich über unsere langen und erholsamen Ausritte durch den Wald. Das Besondere an unserer Verbindung ist und bleibt, dass Jeany es schaffte, mich sehr schnell wieder komplett für Pferde zu begeistern. Zwar gelingt es mir momentan aus beruflichen und familiären Gründen nur ein bis zweimal in der Woche bei den Vierbeinern, die mir so viel geben, zu sein, den Stall zu machen und zu reiten. Aber diese Auszeiten müssen sein! Jeanys Stallgenossen sind wunderschöne Tersker, von denen ich momentan Nadja reiten darf. Wir sind ein relativ neues Team und gewöhnen uns noch im Dressurviereck und im Gelände aneinander – allerdings mit allerbesten Fortschritten!

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